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RIM-Chef Balsillie gönnt sich die Nashville Predators

24.05.2007
Jim Balsillie, Co-CEO des BlackBerry-Anbieters Research in Motion (RIM), hat sich einen lang gehegten Traum erfüllt und die Eishockey-Mannschaft Nashville Predators gekauft.

Das berichtet das "Wall Street Journal" unter Berufung auf einen NHL-Insider (National Hockey League). Balsillie habe dabei eine weitere Interessentengruppe mit unter anderem Anschutz Entertainment Group ausgestochen, die den Verein gern nach Kansas City verlegt hätte (wo bereits ein neues 276-Millionen-Dollar-Stadion mitsamt verkaufter Firmenlogen wartet).

Der RIM-Chef ist begeisterter Eishockey-Fan und auch -Spieler. Er hatte im vergangenen Jahr bereits versucht, die Pittsburgh Penguins zu kaufen, war aber aus dem Vertrag wieder ausgestiegen, nachdem die Liga seine Möglichkeiten massiv eingeschränkt hatte, den Verein zu verlegen.

Für die Predators habe Balsillie um die 200 Millionen Dollar hingeblättert, heißt es weiter. Das wollten bislang weder der Manager selbst noch RIM oder die NHL kommentieren oder bestätigen.

Die Predators sind wie andere mit der Erweiterung der NHL in den 90er Jahren entstandene Vereine bislang eher eine wirtschaftliche Enttäuschung. In der aktuellen Saison kamen im Schnitt nur 13.815 zahlende Zuschauer ins Stadion, womit die Predators im unteren Viertel der NHL rangieren. Dem bisherigen Clubbesitzer Craig Leipold, Gründer der Telemarketing-Firma Ameritel, ist es seit Jahren nicht gelungen, schwarze Zahlen mit den Predators zu schreiben.

Ob die Mannschaft nach der Übernahme durch den Kanadier Balsillie in Nashville bleibt, ist unklar. Die Predators haben ihr Stadion zwar auf 30 Jahre gemietet, der Vertrag enthält aber eine Reihe von Ausstiegsklauseln. Umziehen könnte das NHL-Team nach der nächsten Saison unter anderem, wenn der Zuschauerschnitt auf unter 14.000 pro Spiel fällt. (tc)