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Riesige TV-Monitore verwandeln Wohnzimmer in Kinos

27.07.2005

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Künftig wird es möglich sein, TV-Sendungen an Bildschirmen zu verfolgen, die eine Diagonale von zwei Metern und mehr haben. Damit dürfte ein weiterer Schritt hin zum Heinkino vollzogen werden.

Das zumindest verspricht ein neues Hinterleuchtsystem (so genannte Backlights) für Displays der Firma Osram Opto Semiconductors. Ein zwei Meter großer Prototyp beherbergt 1120 Leuchtdioden (LED) des Typs Golden Dragon. Die Diagonale beträgt 82 Zoll. Das entspricht in etwa den Größenverhältnissen einer Tür. Da das System skalierbar ist, können damit auch weitaus größere Flächen hinterleuchtet werden, sagt der Hersteller. Für den praktischen Einsatz eignet es sich für die Hinterleuchtung von LCD-Fernsehbildschirmen. Da es eine geringe Leistungsaufnahme hat, braucht es aufgrund der minimalen Wärmeentwicklung keine Kühlventilatoren. Das reduziert wiederum die Betriebskosten.

Neben der Dünnfilmtechnik, einer Spiegelschicht, die für minimale Streuung innerhalb der LED und damit für hohe Leuchtkraft in nur eine gewünschte Richtung sorgt, arbeiten die Golden-Dragon-Dioden mit einer zusätzlichen Speziallinse, die ebenfalls aus den Entwicklungslabors von Osram Opto Semiconductors stammt. Bei der Hinterleuchtung werden damit trotz verbesserter Darstellung sogar noch LEDs eingespart, heißt es bei der Siemens-Tochter Osram.

Inzwischen wird bereits an der nächsten Generation gearbeitet: Die Backlights sollen dann noch dünner und kosteneffizienter werden. Auf LED basierende Hinterleuchtsysteme ermöglichen aufgrund extrem schneller Schaltzeiten (unter 100 Nanosekunden) Darstellungen ohne Schlieren. Zukünftig soll auch der Farbfilter bei der LCD-Oberfläche der Displays wegfallen, da die Backlights dann von selbst das Display mit den einzelnen Primärfarben ansteuern. Durch die Schnelligkeit der Einzelfarb-Bildfolge sieht das menschliche Auge ein Bild von großer Brillanz. (jm)