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RIAA entschuldigt sich für irrtümlichen Drohbrief

13.05.2003

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Zu Kreuze kriechen musste die Recording Industry Association of America (RIAA) beim Seminar für Astronomie und Astrophysik der Penn State University. Der Verband der Musikindustrie, derzeit speziell im Bildungssektor auf der Suche nach Verbreitern illegal kopierter Musikstücke, hatte das Institut Ende letzter Woche schriftlich darüber in Kenntnis gesetzt, eine seiner FTP-Sites verbreite unrechtmäßig Songs des R&B-Sängers Usher und verstoße damit gegen das Urheberschutzgesetz Digital Millennium Copyright Act (DMCA). Der Server müsse umgehend vom Netz, die beanstandeten Files müssten gelöscht werden, forderte die RIAA in harschem Tonfall.

Der zuständige Systemadministrator Matt Soccio durchsuchte den FTP-Server nach den kriminellen Audio-Dateien, konnte aber nichts finden. Der Quell des Übels wurde ihm aber recht schnell klar: Was sich auf dem Server fand, waren Arbeiten eines emeritierten Professors mit Namen Usher zum Thema Quasare. Eine unkritische MP3-Datei - ein A-Cappela-Gesang von Astronomen zu Ehren des Röntgensatelliten "Swift" - wurde auf der Maschine gleichfalls gehostet. Die automatischen Copyright-Crawler der RIAA hatten hier offentsichtlich fälschlicherweise eins und eins ("Usher" und ".mp3") zusammengezählt.

Die RIAA erklärte anschließend, ein Teilzeitmitarbeiter habe daraufhin irrtümlich das Warnschreiben an die Penn-State-Abteilung losgeschickt. Dieses sei mittlerweile zurückgezogen worden und man habe sich in aller Form entschuldigt. Professor Usher erhalte ein Usher-T-Shirt und eine Usher-CD, und man werde dafür Sorge tragen, dass sich ähnliche Vorfälle künftig nicht mehr ereigneten. Dies sei schließlich auch der erste derartige Fehler, obwohl die RIAA "vorsichtig geschätzt bereits zehntausende" ähnlicher Schreiben ausgesandt habe. (tc)