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RFID-Tags im Büstenhalter

24.02.2005

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Das britische Einzelhandelsunternehmen Marks & Spencer (M&S) hat angekündigt, sein Projekt zur Erprobung der Radio-Frequency-Identifikation-(RFID) von derzeit neun auf 53 Niederlassungen auszuweiten. Erste Erfahrungen hat das Einzelhandelsunternehmen schon 2003 gesammelt, seit April 2004 testet es den RFID-Einsatz für die Auszeichnug von Herrenbekleidung, um die Inventur zu beschleunigen. Mitarbeiter können mit Scannern einfach erfassen, welche Waren in den Regalen liegen.

Ab 2006 will M&S zusätzlich Damenunterwäsche mit Funketiketten versehen. "Wir wollen mittels RFID auch die Kleidungsgrößen erfassen. Allein Büstenhaltern gibt es in bis zu 40 Größen", erläutert M&S-Sprecherin Olivia Ross.

Für die laufende Erprobungsphase hat das Einzelhandelsunternehmen unter anderem Verträge mit British Telecom (BT) abgeschlossen. Die vereinbarten Services umfassen die Installation der Systeme und die Wartung der Lesegeräte. Außerdem soll BT helfen, RFID auch im Lebensmittelbereich des Unternehmens einzuführen. Die Scanner liefert Intellident, die RFID-Chips kommen von EM Microelectronic-Marin.

M&S will das System ausschließlich für Inventuren nutzen. Die Tags werden weder beim Bezahlvorgang noch beim Verlassen der Läden gescannt. So will das Unternehmen Bedenken vorbeugen, dass gekaufte Artikel bestimmten Kunden zugeordnet werden können. Zudem versucht M&S, Kunden aktiv mit Informationsblättern über den Einsatz der Technik aufzuklären. Hintergrund sind die schlechten Erfahrungen von Benetton und Prada (Computerwoche.de berichtete), die entsprechende Projekte nach Beschwerden von Verbrauchern erinstellen mussten. (rg)