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RFID-Spezialist Alien revidiert seine Börsenpläne

07.08.2006
Der Hersteller von Tags und Lesegeräten bemängelt das für einen IPO "unfreundliche" Klima.

Die Alien Technology Corp. sollte das erste Unternehmen aus dem Bereich Radio Frequency Identification (RFID) sein, das an einer US-Börse gelistet wäre - und damit den Boden für die anderen Spezialisten bereitet. Im April dieses Jahres sah es denn auch ganz danach aus, als stünde das IPO (Initial Public Offering) kurz bevor (siehe "RFID-Spezialist Alien strebt Börsengang an"). Doch am vergangenen Wochenende verkündete das Unternehmen mit Sitz in Morgan Hill, Kalifornien, den Rückzug von seinen Börsernplänen.

Für ein IPO seien die Marktkonditionen derzeit nicht günstig, so die Begründung, die Chief Executive Officer Stav Prodromou am Freitag gab. Statt frisches Geld an der Börse zu beschaffen, wolle er lieber dezente Sparmaßnahmen einleiten. Einer Mitteilung an die US-Börsenaufsicht zufolge wird der Hersteller von RFID-Chips und -Lesegeräten möglicherweise weitere private Investoren an Bord nehmen.

Seit seiner Gründung vor etwa zehn Jahren habe Alien nie schwarze Zahlen geschrieben, berichtet der Brancheninformationsdienst "Computergram". Im boomenden RFID-Markt wäre das allerdings kein Hindernis für den Börsengang gewesen - zumal das 235 Mitarbeiter starke Unternehmen neben steigenden Umsätzen und hoch entwickelten Produkten eine sehr kostengünstige Produktion vorzuweisen hat. Auch die privaten Finanziers ließen sich durch die bisherigen Verluste nicht davon abhalten, insgesamt 200 Millionen Dollar in Alien zu investieren.

Allerdings ist das Unternehmen - wie der gesamte RFID-Sektor - einem harten technologischen wie ökonomischen Wettbewerb ausgesetzt. Laut "Computergram" verkauft es seine RFID-Tags der zweiten Generation ("Gen2") derzeit unter dem Selbstkostenpreis, um seine gute Position im Markt zu halten. Eine derartige Strategie können die großen Mitbewerber Texas Instruments (TI) und Philips jedoch mit Sicherheit länger durchhalten als der kleine Spezialanbieter. (qua)