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RFID-Anbieter wollen ihre Patente zusammenschmeißen

11.08.2005

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Das Modell, das der DVD-Industrie zum Erfolg verholfen und MPEG-2 zum Standard für Audio- und Video-Programmierung gemacht hat, soll auch dem Einsatz der Funkfrequenz-Identifikation (Radio Frequency Identification = RFID) einen Schub verpassen. Wie der Online-Nachrichtendienst CNET News.com meldet, will ein Teil der Hersteller von Funketiketten, RFID-Scannern und unterstützender Software die jeweiligen Patente in ein Anbieterkonsortium einbringen und dadurch eine übergreifende Lizenzierung ermöglichen.

Die Gruppe will sich im kommenden Herbst konstituieren. Ein eigens angeheuerter Patentspezialist soll untersuchen, wer die Rechte an welcher Technik besitzt und wie die Nutzungsentgelte geregelt werden können. Mit greifbaren Ergebnissen ist nicht vor dem kommenden Jahr zu rechnen. Laut Stan Drobac, Vice-President für RFID-Strategie und -Planung bei Avery Dennison, einem der 20 designierten Gründungsmitglieder, hat das Modell seine Funktionsfähigkeit bereits unter Beweis gestellt. Zudem habe das Justizministerium keine Einwände dagegen vorgebracht.

Nicht zur Teilnahme aufgefordert wurde offenbar einer der bekanntesten Anbieter im RFID-Umfeld, Intermec Technologies. Der Anbieter von Lese- und Druckgeräten besitzt eigenen Angaben zufolge 145 der von Analysten auf eine Anzahl von 3000 geschätzten RFID-Patente. Zudem ist das Unternehmen maßgeblich in die als "Gen2" bekannte Entwicklung eines neuen Standards für Codierung und Übermittlung von RFID-Daten involviert. Derzeit führt es eine patentrechtliche Auseinandersetzung mit Symbol Technologies. (qua)