Cloud Computing

Rentokil Initial wird Google-Apps-Großkunde

Thomas Cloer war viele Jahre lang verantwortlich für die Nachrichten auf computerwoche.de.
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Der Unternehmensdienstleister Rentokil Initial plc führt Google Apps Premier Edition ein und löst damit 180 E-Mail-Domains und 40 E-Mail-Systeme ab.

Rentokil Initial wird damit größter Apps-Referenzkunde für Google in Europa. Der britische Serviceriese will Google Apps bis Ende 2010 weltweit für bis zu 35.000 Mitarbeiter ausrollen - neben 20.000 regulären PC-Nutzern sind das noch weiter 15.000 mobile Servicekräfte, die bislang noch über keine unternehmenseigene E-Mail-Adresse verfügen und zumeist über PDAs, eigene PCs oder gemeinsam genutzte Rechner in einer Niederlassung ins Internet gehen.

In Großbritannien ist Rentokil Initial der größte Gebäudereiniger.
In Großbritannien ist Rentokil Initial der größte Gebäudereiniger.
Foto: Rentokil Initial

Rentokil Initial führt Googles gehostete Programmsammlung im Rahmen eines Fünfjahresplans zur Umstrukturierung ein, mit dem der Konzern seine Effizienz verbessern möchte. Google Apps wurde dazu in der Sparte Ambius, die Pflanzen und Kunst für Büros liefert, 100 Tage lang mit 800 Mitarbeitern an Standorten weltweit getestet. Rentokil hat insgesamt sechs Bereiche, die unter anderem Arbeitskleidung und Bettwäsche verleihen, Firmenwaschräume betreuen, Kurierdienste anbieten sowie Putzkolonnen (und Kammerjäger) bereitstellen.

Die 35.000 Rentokil-Initial-Mitarbeiter - insgesamt beschäftig der Dienstleistungskonzern über 78.000 - werden allerdings nicht den vollen Leistungsumfang von Google Apps Premier Edition nutzen (zumindest nicht offziell). Neben Gmail - in Deutschland Google Mail - sollen sie den Google Kalender zur persönlichen und gemeinsamen Terminplanung sowie Google Talk und Video (etwa für Schulungen) nutzen. Aufgrund seiner weltweiten Aufstellung verspricht sich Rentokil Initial auch Vorteile von den Übersetzungsfunktionen in Gmail und beim Instant Messaging (in Echtzeit). "Wir entlasten unsere IT-Abteilung und vereinfachen den Wissenaustausch und die Zusammenarbeit", sagt Bryan Kinsella, CIO von Rentokil Initial. "Deshalb sind wir uns sicher, dass der Einsatz von Google Apps für unsere Kollegen, Kunden und alles anderen, die mit uns zusammenarbeiten, enorme Vorteile bringen wird."

Besonders frustrierend war laut Kinsella in der Vergangenheit das Fehlen einer unternehmensweiten E-Mail-Adressdatenbank, die nun über die gehostete Google-Lösung im Zusammenspiel mit einem konzernweiten Active Directory realisiert wird. Rentokil Initial verfolgt bei der Umsetzung seiner Groupware-Strategie nach eigenen Angaben auch noch weitere Schlüsselprojekte, mit denen das Unternehmen seine wichtigsten Geschäftsanwendungen, seine Infrastruktur sowie seine weltweite Netze verbessern will.