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"Relationship Mining" forscht nach nützlichen Kontaktdaten

04.08.2003

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Die Softwarehersteller Visible Path und Spoke Software entwickeln unter dem Begriff "Relationship Mining" Anwendungen, die nach nützlichen Kontaktdaten im Firmennetz suchen. Will zum Beispiel ein Mitarbeiter einen potenziellen Kunden kontaktieren, kann er via Relationship Mining herausfinden, ob in seinem Unternehmen bereits jemand Kontakt zu der Firma hat. Dazu sendet er eine Anfrage über die Software aus, die daraufhin die elektronischen Adressbücher der Kollegen nach der gesuchten Adresse durchforstet. Werden entsprechende Daten gefunden, kann der Mitarbeiter die entsprechenden Kollegen kontaktieren und von ihnen weitere Informationen zum Kunden einholen, heißt es bei den Herstellern.

Kritiker befürchten die Aushöhlung der Privatsphäre. Viele Mitarbeiter wollten ihre Kontakte nicht offen legen, unabhängig davon, ob es ihrem Unternehmen nutze oder nicht. In der Tat habe das System den Geruch von "Big Brother", räumte Stan Wasserman, Experte für soziale Netze an der University of Illinois und Mitentwickler der Software von Visible Path, ein. Es gebe jedoch Möglichkeiten, nur bestimmte Datensätze für die Visible-Path-Suche freizugeben. Außerdem könnten Anwender auch jegliche Suchanfrage abblocken.

Vor allem auf die Arbeit der Verkaufsabteilung habe sich der Einsatz des Relationship-Mining-Systems positiv ausgewirkt, sagte Jay Ziskrout, COO (Chief Operating Officer) beim New Yorker Musikverlag CMJ Networks, der die Software im Betatest hat. Allerdings seien nicht alle Mitarbeiter begeistert davon, ihre Adressbücher offen legen zu müssen. Die Möglichkeit, den Zugriff sowohl auf Verzeichnis- als auch auf Benutzerebene kontrollieren zu können, habe jedoch für die nötige Akzeptanz gesorgt.

Betaversionen der Systeme stehen auf den Websites der Hersteller nach einer Registrierung zum Download bereit. Die Final-Releases sollen noch in diesem Jahr auf den Markt kommen. (lex)