Lesegerät veranschaulicht Kartendaten

Reklamierte Geldkarten überprüfen

23.03.2001
MÜNCHEN (CW) - Die Überprüfung von oft nur scheinbar defekten Geldkarten kostet Banken und Sparkassen sehr viel Geld. Abhilfe verspricht die Smart Pay Systems GmbH (SPS) mit einem Tool zur schnellen Prüfung der Magnet- und Chipkarten.

Nach Angaben der kreditwirtschaftlichen Verbandsbereiche weisen nahezu zwei Drittel aller beanstandeten Karten keinen Defekt auf, sondern Systemausfälle oder Störungen der Terminals sind für ihre Abweisung verantwortlich. Dennoch werden sie meist aus dem Verkehr gezogen, die Reklamationen bearbeitet und eine Ersatzkarte produziert. Dieser unnötige Aufwand soll sich durch den Einsatz des "Multicard Commanders" vermeiden lassen, indem Kredit-, EC-, Bankkunden- und Geldkarten innerhalb von Sekunden analysiert werden.

Die Lösung setzt sich aus einer Spezialtastatur des Herstellers Cherry und einer Software zusammen. In die Tastatur sind sowohl ein Magnet- als auch ein Chipkartenleser integriert. Hier wird die Karte per Durchzug eingelesen, wobei die im Magnetstreifen beziehungsweise Chip gespeicherten Daten in einer Felddarstellung auf dem Bildschirm angezeigt werden. Gleichzeitig überprüft die Anwendung die Kartendaten etwa auf fehlerhafte Prüfziffern und hebt Fehler optisch hervor. Bei Debitkarten werden die Magnetstreifendaten mit den Chipkarten abgeglichen. Anwender wie Kundenbetreuer können Programmfunktionen in einer Werkzeugliste anklicken oder über Registermarken auswählen. Eine integrierte Instituts-Datenbank enthält alle deutschen Kreditinstitute und gibt den Banknamen der eingelesenen Karte auf dem Bildschirm an.

Die im Chip von Geldkarten gespeicherten Zusatzanwendungen lassen sich von einem "ZAW-Launcher" abbilden, der gleichzeitig als Schnittstelle für Software-Plugins fungiert. Ein "Multi-Application-Possibility"-Applikationskonzept ermöglicht die Einbindung zukünftiger Chipapplikationen: Die Anwendungen sind in einer Skriptdatei registriert, die bei Bedarf ausgetauscht werden kann.

Für das Komplettsystem einschließlich der Spezialtastatur veranschlagt SPS 1290 Mark. Zur Prüfung von Chipkarten allein wird ein "Chipcard Commander" zum Preis von 599 Mark angeboten. Er verarbeitet auch die seit Anfang 2001 im Zusammenhang mit dem Euro ausgegebenen Euro- fähigen Typ-1-Chipkarten. Beide Systeme laufen unter Windows.