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Regulierer wollen mehr Wettbewerb im Ortsnetz

14.02.2001

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Die Regulierungsbehörde für Telekommunikation und Post (RegTP) will sich künftig für mehr Wettbewerb im Telefonortsnetz einsetzen. Der neue Präsident der Behörde Matthias Kurth bezeichnete das Thema im Rahmen der Vorstellung des Jahresberichts 2000 als den eigentlichen "Flaschenhals" der Telekommunikation.

Dem Bericht zufolge entfiel im vergangenen Jahr auf die Wettbewerber der Deutschen Telekom im Ortsnetz ein Marktanteil von 1,5 Prozent. Die Wettbewerbsintensität in den übrigen Bereichen des Marktes trage dagegen erste Früchte. Für inländische Ferngespräche müssen die Kunden derzeit bis zu 92 Prozent weniger als kurz vor Beginn der Marktöffnung Ende 1997 bezahlen. Gleichzeitig ist durch das Wachstum die Zahl der Beschäftigten von 14 000 auf 239 000 gestiegen. Dazu haben vor allem die neuen Wettbewerber beigetragen, die mit insgesamt 60 000 Mitarbeitern rund 15 Prozent mehr Angestellte beschäftigten als im Jahr 1999.

"Für den Ortsnetzwettbewerb ist die Teilnehmeranschlussleitung ein entscheidender Faktor", sagte der RegTp-Präsident. Über die Höhe des monatlichen Entgeltes für den direkten Leitungsanschluss muss die Behörde bis Ende März entscheiden. Die Telekom berechnet für die so genannte letzte Meile derzeit einen Preis von etwa 35 Mark (bisher 25,40 Mark). Die Konkurrenten sehen hierin eine Behinderung des Wettbewerbs im Ortsnetz. Eine mögliche Neugestaltung des Preises kommentierte Kurth : Da bis Ende vergangenen Jahres 95 Unternehmen mit der Telekom Verträge über die Teilnehmeranschlussleitung abgeschlossen hätten, könne der alte Preis so unattraktiv nicht sein.

Der Marktanteil der Telekom-Konkurrenten im Festnetz beläuft sich derzeit auf 22 Prozent. Das gesamte TK-Marktvolumen im vergangenen Jahr beziffert Kurth auf mehr als 100 Milliarden Mark (1999: 90 Milliarden Mark). Dafür sei vor allem die Entwicklung der Bereiche Mobilfunk und Internet verantwortlich gewesen.