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Regulierer untersagt DSL-Rabatte der Telekom

22.05.2006
Die Bundesnetzagentur hat die DSL-Großhandelsangebote der Deutschen Telekom untersagt.

Den großen DSL-Anbietern würden deutlich höhere Margen eingeräumt als kleineren und mittleren Unternehmen, ohne dass hierfür ein gerechtfertigter Grund bestehe, teilte die Behörde am Montag in Bonn mit. Das so genannte "Net-Rental"-Modell der Telekom verzerre den Wettbewerb und sei daher nicht mit dem Gesetz vereinbar.

Die Telekom-Festnetzsparte T-Com hat Großabnehmern von DSL-Anschlüssen wie United Internet zum Teil deutliche Rabatte eingeräumt. Die bevorteilten Unternehmen konnten ihre Margen im verschärften DSL-Wettbewerb schonen. Die bei "Net-Rental" zugebilligten Margen seien bis zu drei Mal höher zugunsten der größeren Anbieter gewesen, sagte der Präsident der Netzagentur, Matthias Kurth.

Ein Sprecher der Deutschen Telekom bedauerte das Votum des Regulierers. "Wir können die Entscheidung nicht nachvollziehen." Das Unternehmen prüfe nun die Dokumente und werde dann über mögliche rechtliche Schritte entscheiden.

Konkurrenten begrüßten die Entscheidung der Bonner Behörde. "Das ist ein wichtiger Schritt für die Gleichbehandlung der Anbieter", sagte Versatel-Chef Peer Knauer auf Anfrage. Auch die Branchenverbände Breko und VATM sehen die Chancengleichheit wieder hergestellt. Profitiert hatte von "Net Rental" vor allem United Internet (1&1, GMX). Die Aktie von United Internet gab zwischenzeitlich um knapp neun Prozent nach.

Der deutsche DSL-Markt wächst rapide, was sich auch im harten Konkurrenzkampf niederschlägt. Unangefochtener Marktführer ist die Deutsche Telekom, die den Großteil der Kunden unter Vertrag hat. Allerdings sei ein Teil der Kunden über Zwischenhändler (Resale) gewonnen worden. Nach Einschätzung von Experten wird der deutsche DSL-Markt in diesem Jahr um rund 40 Prozent auf 14,5 Millionen Anschlüsse zulegen. (dpa/tc)