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Regionale US-Telcos erzielen fragwürdigen Teilsieg

21.02.2003

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Die US-amerikanische Regulierungsbehörde für Telekommunikation FCC (Federal Communications Commission) hat es den vier regionalen TK-Gesellschaften - Verizon, Bellsouth, SBC Communications und Qwest - gestattet, Wettbewerbern die Nutzung ihrer Breitbandnetze zu Discountpreisen zu verweigern. Bei der Abstimmung über eine entsprechende Regelung für die regionalen Telefonnetze stimmte die Mehrheit des Gremiums für eine Deregulierung - allerdings nur was das Geschäft mit großen Geschäftskunden anbelangt. Im Markt für Privatkunden und kleineren Firmen können jedoch nach wie vor die einzelnen Bundesstaaten bestimmen, welchen Teil der Netze die Telcos vermieten müssen sowie zu welchem Preis und über welche Zeitspanne.

Nach Ansicht der "Baby Bells" hat die FCC mit diesem zweiten Urteil gleichzeitig auch das anvisierte Ziel verfehlt, den weiteren Ausbau des Landes mit breitbandigen Internet-Zugängen zu fördern. Sie begrüßten zwar die Deregulierung des Zugangs zur "Letzten Meile". Da das Kerngeschäft aber nach wie vor unter Druck stehe, seien sie nicht in der Lage, neue Investitionen vorzunehmen. Die regionalen Bells argumentieren seit langem, dass sie wegen der geringen Mietgebühren nicht in der Lage seien, ihre Ortsnetze instand zu halten. Außerdem würde die bestehende Regelung es Konkurrenten wie AT&T oder Worldcom erlauben, ihnen lukrative Geschäftskunden mit Dumping-Preisen abzujagen.

Mit der Deregulierung des Breitband-Geschäfts kommt auch auf Covad Communications, das erst vor einem Jahr seine Insolvenz abgeschlossen hatte, neue Probleme zu. Die Company nutzt die Netze von Bell und darf nun mit einer deutlich höheren Mietgebühr rechnen. Abhängig von dem Geschick beim Aushandeln neuer Verträge wird der Preisanstieg sicher an Internet-Service-Provider (ISPs) wie Earthlink oder America Online (AOL) beziehungsweise deren Kunden weitergegeben werden. Beide Unternehmen erklärten jedoch, die Regelung habe kurzfristig wenig, wenn überhaupt Auswirkungen auf ihr Geschäft. (mb)