Konsumerisierung auf dem Vormarsch

Regeln für Privatgeräte fehlen

Thomas Pelkmann ist freier Journalist in Köln.
Anzeige  Die Mitarbeiter machen Druck: Immer mehr Unternehmen setzen daher private Geräte auch für geschäftliche Aufgaben ein. Allerdings fehlen meistens verbindliche Regeln für den Umgang mit Consumer-Devices.
Wenn Unternehmen eigene Geräte zulassen, sollten sie sich auch um die Sicherheit kümmern. Tatsächlich tun sie das viel zu selten.
Wenn Unternehmen eigene Geräte zulassen, sollten sie sich auch um die Sicherheit kümmern. Tatsächlich tun sie das viel zu selten.

Von Konsumerisierung ist allenthalben die Rede, wenn es um Trends in der IT geht: Immer mehr Menschen, heißt es, wollen ihre Privatgeräte auch für geschäftliche Zwecke nutzen. Aber stimmt das wirklich? Und was heißt das für die IT-Infrastruktur? Das hat das britische Marktforschungsunternehmen YouGov für den Virtualisierungsanbieter Citrix herauszufinden versucht. Rund 700 Senior Executives und Manager aus kleinen und mittelständischen Unternehmen in Deutschland, Frankreich und Großbritannien standen für die Umfrage Rede und Antwort.

Erste Erkenntnis: Die Unternehmen stehen unter Druck. Die Mitarbeiter fordern von ihren Firmenleitungen flexiblere und mobile Arbeitsumgebungen, um ihre Work-Life-Balance zu verbessern. Damit einher geht ein Wachstum an ausgefuchsten Geräten, die auch für Geschäftszwecke eingesetzt werden. Insgesamt, heißt es in der Auswertung der Umfrage, verschwimmen die lange Zeit festen Grenzen zwischen Arbeit und Freizeit.

Mehr als ein Drittel der Befragten (36 Prozent) sieht sich diesem steigenden Druck ausgesetzt. Überrascht konstatieren die Meinungsforscher, dass in Frankreich und England der Druck, wie beschrieben, vor allem von den eigenen Mitarbeitern ausgeht - und anwächst: Fast die Hälfte (43 Prozent) der Unternehmen berichten, dass der Druck von unten sich in den vergangenen 12 Monaten deutlich verstärkt habe. In Deutschland ist das ähnlich, allerdings sorgen hier eher externe Kräfte - der Wettbewerbsdruck auf die Unternehmen - für eine erhöhte Nachfrage nach privatem, mobilem Equipment.

Eine komfortable Mehrheit der Beschäftigten (59 Prozent) gibt an, schon jetzt eigene Geräte für geschäftliche Aufgaben zu nutzen. Weitere sieben Prozent würden das gerne, aber dürfen nicht. Weniger als ein Drittel (27 Prozent) hat entsprechende Wünsche ans Management bisher nicht geäußert. Dabei ziehen sich die Begierden quer durch alle Abteilungen, wenngleich bei IT, Verkauf und Marketing das Verlangen noch etwas größer ist. Bei der allgemeinen Verwaltung, die das oberste Management einschließt, ist die Begehr am größten, schreibt YouGov in seinem Abschlussbericht.

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