Red Hats CEO Szulik: Oracle spürt den Druck

24.04.2006
Nach der Übernahme von Jboss durch Red Hat wird das Klima zwischen Oracle und dem Linux-Distributor frostiger.
Matthew Szulik, CEO des Linux-Distributors Red Hat, stichelt gegen den neuen Konkurrenten Oracle.
Matthew Szulik, CEO des Linux-Distributors Red Hat, stichelt gegen den neuen Konkurrenten Oracle.

"Kann es sein, dass der dominierende Datenbankanbieter Druck von seinem langjährigen Partner Red Hat verspürt, weil wir eine Open-Source-Middleware Company gekauft haben?", stichelte Red Hats Chief Executive Officer Matthew Szulik in einem Brief an die "Financial Times". Szulik reagierte damit auf ein Interview der Zeitung, in dem Oracles CEO Larry Ellison Interesse an einer eigenen Linux-Distribution bekundet hatte (siehe: Oracle hätte gern ein eigenes Linux).

"Ich hätte gern einen kompletten Stack", erklärte Ellison vergangene Woche. "Uns fehlt ein Betriebssystem. Es könnte sehr sinnvoll für uns sein, ein Linux zu distribuieren und zu supporten." Zugleich räumte der Manager ein, dass er den Zukauf eines führenden Linux-Distributors, nämlich Novell oder Red Hat, zumindest in Erwägung gezogen habe. Angesichts der "übertriebenen" Marktkapitalisierung habe man diese Pläne wieder verworfen.

Nach der Übernahme von Jboss konkurriert Red Hat im wachstumsträchtigen Middleware-Markt direkt mit Oracle (siehe Red Hat kauft Jboss). Auch der Datenbank-Spezialist hatte zuvor Interesse an Jboss gezeigt. Von einem "Showdown" zwischen Red Hat und der Ellison-Company will Szulik indes nicht sprechen: "Oracle erzielt mehr Zinseinnahmen als Red Hat Umsatz in einem Jahr", relativierte er entsprechende Spekulationen. Zudem verfolge sein Unternehmen keinerlei Pläne, in einen Datenbank-Markt einzudringen, in dem längst "Commodities" gehandelt würden.

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