Linux- und Open-Source-Rückblick für KW 2

Red Hat und CentOS bündeln Kräfte

Jürgen Donauer war als Systemadministrator zunächst für Informix und später IBM tätig. Dann verschlug es ihn in das Rechenzentrum von Media-Saturn. Dort kümmerte er sich mitunter um die Webserver, Datenbankanbindungen und den Online-Shop. Anschließend war er als Redakteur im Bereich Linux für TecChannel tätig. Derzeit arbeitet Jürgen Donauer als freier Autor für TECCHANNEL und COMPUTERWOCHE sowie als Privatdozent.
Red Hat und CentOS haben sich zu einer Zusammenarbeit entschlossen. Man will die Community stärken und die Vormachtstellung bezüglich Open-Source beibehalten.

Die COMPUTERWOCHE zeigt die wichtigsten Informationen zu Linux und open-Source in Kalenderwoche 2. Im Jahre 2014 sollen mehrere Smartphones mit Ubuntu Touch auf den Markt kommen.

Die eBay-Alternative Fairnopoly geht in die nächste Crowndfunding-Runde. Flash-Unterstützung für Chromium unter Linux wir eingestellt. Valve hat 14 Hersteller für die Produktion von Steam Machines.

Red Hat und CentOS

Red Hat über die Erschaffung des CentOS-Produkts im Jahre 2004 zunächst gar nicht glücklich und es gab diverse Querelen. CentOS ist so etwas wie ein kostenloses Red Hat Enterprise Linux (RHEL). Die Entwickler haben alle freien Quellen aus RHEL genommen und daraus CentOS gebaut.

Im Laufe der Jahre konnte man die Diskrepanzen aber Großteils ablegen. Dieser Umstand rührte nicht zuletzt daher, dass sich die CentOS-Coomunity im Red-Hat-Universum bewegte. Schließlich war der Klon in dieser Form nur möglich, weil die CentOS-Entwickler den Source-Code von Red Hat verwendeten.

Red Hat betonte immer, dass man keine Software, sondern Dienstleistung und Support verkaufe. Red Hat war außerdem die erste Open-Source-Firma, die einen Umsatz von einer Milliarde US-Dollar in einem Geschäftsjahr vorweisen konnte. Der Linux-Distributor war und ist einer der treibenden Kräfte im Hinblick auf Open-Source.

Die beiden Distributionen unterscheiden sich allerdings in Hinsicht auf die Build-Umgebung, die QA-Prozesse und liefern nicht immer dieselben Linux-Kernel und Open-Source-Komponenten aus.

Für den Einsatz von RHEL ist ein Abonnement notwendig. CentOS ist eine reine Community-Distribution, die allerdings ähnliche Features zu Verfügung stellt.

Nun haben sich beide Parteien dazu entschlossen, die Kräfte zu bündeln. Man wird künftig an einem neuen CentOS basteln. Damit möchte man die Innovationen und Entwicklung schneller vorantreiben. Red Hat wird künftig eine aktive Rolle in der Entwicklung von CentOS übernehmen und baut damit weiter seine führende Rolle im Bezug auf Open-Source aus.

Laut eigenen Angaben wirkt sich dieser Schritt positiv auf die Entwicklung von Red Hat Enterprise Linux aus. Kunden profitieren unter anderem bei Cloud-Produkten wie OpenStack, Virtualisierung und Red Hat Enterprise Server.

In den vergangenen zehn Jahren konnte sich CentOS eine beachtliche Community aufbauen. Red Hat hat schon in der Vergangenheit Weitblick bewiesen. Der Zusammenschluss wird sowohl Business-Kunden als auch der Open-Source-Bewegung zu Gute kommen.

Diverse Smarthones mit Ubuntu Touch

Ubuntus Community-Manager Jono Bacon hat über seine wöchentliche YouTube-Show verlauten lassen, dass es im Jahre 2014 mehr als ein Gerät mit Ubuntu Touch als Betriebssystem geben soll. Weitere Details zu den Herstellern darf er nach eigenen Angaben nicht geben. Es wäre unprofessionell, die vertraulichen Abmachungen zwischen Canonical und den potentiellen OEMs zu kompromittieren.

Gerüchten zufolge wird wohl Meizus MX3 eines der ersten Geräte sein, auf denen Ubuntu Touch ausgeliefert wird. Auf den chinesischen Markt zu drängen, ist sinnvoll für Canonical. Mit UbuntuKylin hat man eine Linux-Distribution speziell für China entwickelt, die wohl auch gut angenommen wird.

Canonical spricht seit über einem Jahr von Interessenten und OEM-Herstellern. Diesmal scheint sich allerdings tatsächlich etwas zu tun.

Fariopoly mit neuer Crowdfunding-Runde

Die Entwickler von Fairnopoly möchte eine faire Alternative zu großen Online-Marktplätzen erschaffen. Das Konzept wurde bereits im letzten Jahr sehr positiv aufgenommen. Fairnopoly ist eine Genossenschaft. Mitglied kann man zwischen 50 und 10.000 Euro werden. Anhand des Einsatzes werden die Gewinne ausgeschüttet. Die maximal Obergrenze wurde gesetzt, damit das Projekt nicht in die Abhängigkeit von Großinvestoren fallen kann.

Der Marktplatz ist seit 24. September 2013 online. Mit einer zweiten Crowfunding-Runde sammelt man nun weitere Gelder, um die Entwicklung der Plattform voranzutreiben.

Chromium bald ohne Flash-Support unter Linux

Google wird die Unterstützung für NPAPI (netscape Plugin API) im April einstellen. Dieses Plugin wird benötigt, um adobe Flash darin laufen zu lassen.

Bei Google Chrome wird ein Flash-Plugin ausgeliefert, das unter dem sichereren PPAPI (Pepper Plugin API) und somit in einer Sandbox läuft. Google Chrome gibt es für Linux, Mac OS X und Windows.

Steam Machines

Valve hat angekündigt, dass 14 Hersteller eine erste Generation an Steam Machines bauen wird. Dazu gehören auch Alienware, Alternate, GigaByte und Zotac.

Weiterhin wurde ein Update für das auf Debian GNU/Linux basierende SteamOS zur Verfügung gestellt. Nenneswert ist, dass das Betriebssystem nun offiziell Grafikkarten von AMD und Intel unterstützt. Bisher hatte nur NVIDIA dieses Privileg. Ebenso wurde 3D-Passthrough im VMware-Treiber aktiviert.