Red-Hat-Linux deutlich verbessert

Ludger Schmitz ist freiberuflicher IT-Journalist in Kelheim. Er ist spezialisiert auf Open Source und neue Open-Initiativen.
Eine Testreihe bestätigte der Linux-Distribution einen Performance-Sprung, ausgefeilte Sicherheitsoptionen und deutlich wirksamere Hardwareerkennung.

Die "Network World", eine Schwesterpublikation der computerwoche, hat in ihrem Testlabor das neue Red Hat Enterprise Linux (RHEL) 4.0 Advanced Server (AS) auf verschiedenen Systemen geprüft (siehe Kasten "Testszenario"). Das Ergebnis fiel außergewöhnlich positiv aus.

Die angenehmen Überraschungen begannen mit der Installation. Es zeigte sich, dass "Anaconda", der Hardwaredetektor und -Installer, fehlerlos die unterschiedlichen Testumgebungen erkannte. Der spätere Wechsel von Komponenten führte zu keinen Problemen. Anaconda erkennt auch Hardware, deren Einbindung ("Mounten") häufig Probleme bereitet, beispielsweise Embedded-SCSI-Controller oder ungewöhnliche Netzwerkkarten.

Die Wirkung des Kernels 2.6

Einen erheblichen Performance-Gewinn bringt der neue Linux-Kernel 2.6.9. Bei einem Test auf Web-basierende Transaktionen (auf der Grundlage von Apache 2.0.3) ergab sich eine 23-prozentige Geschwindigkeitserhöhung im Vergleich zu RHEL 3.0 auf identischer Hardware. Die ältere Red-Hat-Version verwendete noch den Kernel 2.4, der um einige Eigenschaften des neuen Linux-Kerns erweitert worden war. Der Leistungszuwachs stellt sich auf 32- und auf 64-Bit-Systemen ein. Das Ergebnis ist im Übrigen identisch mit Messungen des Suse Linux Enterprise Server 9.0, der als Erster den neuen Kernel verwendete und in einem früheren Test gleichermaßen deutliche Durchsatzsteigerungen aufwies.

Der nächste deutliche Pluspunkt von RHEL 4.0 ist die Sicherheit. Die Linux-Distribution enthält als erste Kernel-Veränderungen aus Security Enhanced Linux (SELinux), einem Projekt, das der US-Geheimdienst NSA initiiert hat. SELinux bringt zwei bedeutsame Veränderungen:

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