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Red Hat legt deutlich zu

01.07.2005

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Dank glänzender Geschäfte mit Unternehmen und Behörden (siehe auch: "Red Hat forciert das Behördengeschäft") hat es im ersten Geschäftsquartal 2005/06 (Ende: 31. Mai) in der Kasse des US-amerikanischen Linux-Distributors Red Hat ordentlich geklingelt. Wie der in Raleigh, North Carolina, ansässige Anbieter bekannt gab, kletterte der Umsatz gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 46 Prozent und erreichte mit 60,8 Millionen Dollar eine neue Rekordhöhe. Rund 80 Prozent dazu trugen die Erlöse aus dem Verkauf von Enterprise-Linux-Abonnements bei, die im Jahresvergleich um 63 Prozent auf 48,9 Millionen Dollar stiegen. Der Nettoprofit wuchs von 10,9 Millionen auf 12,4 Millionen Dollar oder sieben Cent je Aktie und entsprach damit ebenso wie die Einnahmen den mittleren Erwartungen der Wall Street.

"Die Quartalsergebnisse stellen einen guten Start für das Gesamtjahr dar", erklärte Finanzchef Charlie Peters in einer Stellungnahme. Der Auftragseingang in Rekordhöhe demonstriere zudem, dass weltweit eine anhaltend starke Nachfrage nach Red Hats Open-Source-Lösungen bestehe. Wie Firmenchef Matthew Szulik in einer Telefonkonferenz mit Analysten weiter ausführte, seien die 25 größten Verträge, die im Berichtszeitraum ausliefen, ohne Ausnahme verlängert worden. Szulik zufolge beginnen sich zudem die Vertriebskooperationen mit Hewlett-Packard, Dell und anderen Firmen auszuzahlen. Nach eigenen Angaben erwirtschaftete Red Hat über diese Kanäle bereits 60 Prozent seiner Quartalseinnahmen. Nun werde ein Anteil von 70 Prozent angepeilt, so der CEO. Insgesamt wurden in den Monaten März, April und Mai 190.000 neue Linux-Abos abgeschlossen, im Vergleichszeitraum des Vorjahres waren es lediglich 98.000.

Im laufenden zweiten Fiskalquartal rechnet das Red-Hat-Management mit Einnahmen zwischen 64 Millionen und 65 Millionen Dollar, das entspricht einem Wachstum um 38 bis 40 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Der Profit je Aktie wird auf sechs bis sieben Cent geschätzt. Gleichzeitig warnte Finanzchef Peters allerdings davor, dass der starke Dollar-Kurs den Umsatz in den nachfolgenden Quartalen drücken könne. Für das Gesamtjahr 2005/06 rechnet der CFO daher nur mehr mit 265 bis 275 Millionen Dollar hohen Einnahmen. Ursprünglich hatte Red Hat Umsätze zwischen 270 und 280 Millionen Dollar prognostiziert. Das Gewinnziel ließ Red Hat jedoch unverändert bei 28 bis 32 Cent pro Anteil. (mb)