Open-Source-Hypervisor

Red Hat kauft Spezialisten für Virtualisierung

Wolfgang Herrmann ist Deputy Editorial Director der IDG-Publikationen COMPUTERWOCHE und CIO. Zuvor war er Chefredakteur der Schwesterpublikation TecChannel und stellvertretender Chefredakteur COMPUTERWOCHE. Zu seinen thematischen Schwerpunkten gehören Cloud Computing, Data Center, Virtualisierung und Big Data.
Mit der israelischen Softwareschmiede Qumranet verstärkt Linux-Distributor Red Hat sein Portfolio in Sachen Virtualisierung.

Red Hat legt für das Unternehmen 107 Millionen Dollar auf den Tisch. Qumranet ist Entwickler der Open-Source-Software "KVM" (Kernel-based Virtual Machine). Dabei handelt es sich um eine Erweiterung des Linux-Kernels in Form eines Hypervisors, der direkt auf der Hardware aufsetzt und als Host für Gast-Betriebssysteme dient. Die Software erlaubt es, mehrere unterschiedliche Betriebssysteme voneinander unabhängig auf einem Prozessor laufen zu lassen.

"Mit der Akquisition stellen wir sicher, dass KVM offen bleibt", erklärte Red-Hat-CTO Brian Stevens. Alle Mitarbeiter einschließlich des Führungsteams würden übernommen. Bislang hatte Red Hat seine Aktivitäten im Bereich Virtualisierung auf das konkurrierende Open-Source-System Xen konzentriert. Die dahinter stehende Firma Xensource wurde vergangenes Jahr von Citrix Systems übernommen. Laut Stevens wird Red Hat Xen-Installationen in Verbindung mit Red Hat Enterprise Linux 5 noch mindestens bis zum Jahr 2014 unterstützen. Sein Unternehmen werde zudem weiterhin Beiträge zur Weiterentwicklung des Xen-Projekts leisten.

Qumranet entwickelt neben dem Hypervisor auch "Solid ICE", eine Infrastruktur für die Desktop-Virtualisierung. Unternehmen können damit mehrere virtuelle Windows- und Linux-Desktops auf einem KVM-Server laufen lassen.