Linux- und Open-Source-Rückblick für KW 24

Red Hat Enterprise Linux (RHEL) 7

17.06.2014
Ab sofort steht Red Hat Enterprise Linux (RHEL) 7 zur Verfügung. Besonders im Fokus stehen Big Data, Linux-Container und die Cloud.

Die COMPUTERWOCHE zeigt die wichtigsten Informationen zu Linux und Open-Source in Kalenderwoche 24. Mozilla hat Firefox 30 ausgegeben.

Linux-Vater Linus Torvalds hat Kernel 3.15 offiziell freigegeben. Linux-Mint-17-Abbilder für OEMs verfügbar. Einige Universitäten in Deutschland nutzen ownCloud für eine Zusammenarbeit.

Red Hat Enterprise Linux (RHEL) 7

Mit Red Hat Enterprise Linux 7 will der Linux-Distributor Red Hat laut eigenen Angaben den Grundstein für die Open Hybrid Cloud legen. Man konzentriert sich auf die Ansprüche moderner Data Center und RHEL 7 bringt neben Cloud-Services auch Applikations-Container mit sich. Letzteres ist im Hinblick auf die Security interessant. Die Applikationen laufen isoliert voneinander, was wiederum vor bösartigen Angriffen auf das gesamte System schützt.

Red Hat Enterprise Linux (RHEL) 7 ist verfügbar.
Red Hat Enterprise Linux (RHEL) 7 ist verfügbar.
Foto: Red Hat

Ebenfalls ist die Verwaltung durch ein Management-Framework mit OpenLMI vereinfacht. Das gilt sowohl für die Administration als auch die System-Konfiguration.

XFS ist ab sofort das Standard-Dateisystem und es lässt sich auf bis zu 500 TByte skalieren. Weiterhin können Anwender in einer Microsoft-Active-Directory-Umgebung einfach auf Domänen mit Red Hat Enterprise Linux zugreifen. Somit ist eine Koexistenz von Windows und Linux in heterogenen Data Centern garantiert.

Sie finden weitere Informationen in deroffiziellen Ankündigungund denVeröffentlichungs-Hinweisen.

Firefox 30

Mozilla hat seinen Browser Firefox 30 zur Verfügung gestellt. Eine neue Schaltfläche in der Seitenleiste gibt Anwendern schnelleren Zugriff auf soziale Medien, den Lesezeichen und der Chronik.

Weiterhin werden Plugins nicht mehr länger per Standard aktiviert. Ausnahmen bilden solche, die sich auf White-Listen befinde oder die mit einer Erweiterung gebündelt sind.

Für Entwickler ist unter anderem interessant, dass es ab sofort Unterstützung für GStreamer 1.0 gibt.Laut Changeloghaben die Entwickler auch diverse Fehler ausgebessert. Sie finden die neueste Version auf derProjektseite. Linux-Distributionen wie Ubuntu und Linux Mint stellen bereits die neueste Firefox-Version in den Repositories zur Verfügung. Sie bekommen den Browser über ein normales System-Update.

Linux-Kernel 3.15

Linus Torvalds hat die Freigabe fürKernel 3.15 erteilt. Unter anderem wachen damit Systeme mit Festplatten schneller aus dem Suspend-Modus auf. Weiterhin lassen sich 64-Bit-EFI-Kernel von 32-Bit-Firmware aus booten.

In Sachen ZRAM wird LZ4-Komprimierung unterstützt und die Performance hat sich verbessert. Wie imer gibt es viele Verbesserungen und Änderungen. Dazu gehören unter anderem die Bereiche Datei-Systeme, Netzwerk, Virtualisierung, Security, Treiber und Architektur. Interessierte finden eine sehr ausführliche Beschreibungin englischer Sprache auf kernelnewbies.org.

Linux-Mint-17-Abbilder für OEMs

Ab sofort stehen OEM-Abbilder von Linux Mint 17 Cinnamon und Mate, beide 64-Bit, fürComputer-Hersteller zur Verfügung. Damit können sie Linux Mint vorinstallieren und der Anwender schließt nach dem Einschalten die Konfiguration ab. Für Magazine und Distributoren gibt es außerdem ISO-Abbilder, die keine proprietären Codecs enthalten.

Außerdemgibt es einen Veröffentlichungs-Kandidatenfür Linux Mint 17 KDE. Das System basiert ebenfalls auf Ubuntu 14.04, bringt allerdings KDE 4.13 als Desktop-Umgebung mit sich.

ownCloud bedient 500.000 Universitäten-Anwender

In Nordrhein Westfalen haben sich 18 Universitäten zu "Sync & Share NRW" zusammengeschlossen. Sie bauen eine private Cloud auf, bei der zirka 500.000 Studenten und Angestellte Daten miteinander benutzen oder synchronisieren. Damit ist das eine der größten Cloud-Umgebungen in Deutschland.

Raimund Vogl ist Konsortiums-Manager für Sync & Share NRW.Laut seinen Aussagenhabe man sich für ownCloud wegen Open-Source entschieden. Die Cloud würde im eigenen Haus betrieben und damit stelle man sicher, dass die Privatsphäre der Anwender geschützt ist.

Das Projekt soll im Wintersemester 2014 / 2015 an den Start gehen und jeder Anwender darf sich über 30 GByte privaten Cloud-Platz freuen.