Linux- und Open-Source-Rückblick für kw 30

Red hat Enterprise Linux 6.7 & Android-x86

Jürgen Donauer war als Systemadministrator zunächst für Informix und später IBM tätig. Dann verschlug es ihn in das Rechenzentrum von Media-Saturn. Dort kümmerte er sich mitunter um die Webserver, Datenbankanbindungen und den Online-Shop. Anschließend war er als Redakteur im Bereich Linux für TecChannel tätig. Derzeit arbeitet Jürgen Donauer als freier Autor für TECCHANNEL und COMPUTERWOCHE sowie als Privatdozent.
Linux Distributor Red Hat stellt RHEL (Red Hat Enterprise Linux) 6.7 zur Verfügung. Das Betriebssystem bringt neue Leistungsmerkmale mit sich.

UCC (Univention Corporate Client) 2.1 ist verfügbar. Android-x86 4.4-r3 ist zum Testen bereit.

Das Meizu MX4 Ubuntu Edition kann nun jeder direkt bestellen. Der Upgrade-Pfad auf Linux Mint 17.2 ist nun für alle Varianten offen. Kodi 15.0 Isengard ist da.

Red Hat Enterprise Linux 6.7

Punkt-Updates bei Red Hat Enterprise Linux (RHEL) bedeuten in der Regel auch mehr Funktionen und Unterstützung für neuere Hardware. RHEL 6.7 ermöglicht es zum Beispiel, dass sich Wechseldatenträger nur lesbar einbinden lassen. Somit können Sie Datenklau auf diesem Weg verhindern. Weiterhin ist SCAP (Security Content Automation Protocol) Workbench enthalten. Das Tool fungiert als SCAP Scanner.

In Sachen Cloud und Cluster ist das Tool Clufter enthalten. Damit können Sie Cluster-Konfigurationen analysieren und transformieren. Diese Neuerung ist als technische Vorschau enthalten.

Der Service Red Hat Access Insights hilft Unternehmen, Probleme proaktiv erkennen und lösen zu können, bevor sie sich negativ auf wichtige Business-Prozesse auswirken.

Der Cache von LVM (Logical Volume Management) ist nun vollständig unterstützt. Somit lassen sich SSDs (Solid-state Drives) als logische Datenträger verwenden.

Interessierte finden alle Neuerungen und Änderungen in den umfangereichen Veröffentlichungshinweisen. Noch detaillierter sind die Funktionen in der technischen Dokumentation beschrieben.

Univention Corporate Client (UCC) 2.1

Ab sofort gibt es UCC 2.1 und die Software lässt sich auf UCS 4.0 über das Univention App Center installieren. Zu den Highlights gehören laut eigenen Angaben, dass UCC als Citrix Ready zertifiziert ist. Somit kann Univention Citrix Receiver mit den UCC Thin Client Images ausliefern.

Weiterhin verwenden die Abbilder von UCC 2.1 per Standard den Linux-Kernel und die X-Server-Version von Ubuntu Utopic Unicorn (14.10). UCC 2.1 selbst basiert auf Kubuntu 14.04 Trusty Tahr. Sie finden weitere Informationen in den Veröffentlichungshinweisen.

Android-x86 4.4-r3

Wer Android auf einem Intel-kompatiblen Gerät installieren möchte, kann Android-x86 verwenden. Ab sofort gibt es eine dritte stabile Version, die sich auch in einer virtuellen Maschine ausprobieren lässt.

Um mehr Hardware zu unterstützen, haben die Entwickler den Kernel auf Version 4.0.8 aktualisiert. Weiterhin wurde spezieller Code eingepflegt, damit ein Betrieb auf x86-Systemen so reibungslos wie möglich läuft. Sie finden weitere Informationen und Download-Links in der offiziellen Ankündigung.

Die Version hinkt mit 4.4 KitKat etwas hinterher, funktioniert aber ganz gut.

Meizu MX4 Ubuntu Edition direkt bestellbar

Bisher konnte man ein Meizu MX4 Ubuntu Edition nur mit etwas Glück und einer Origami-Wand ergattern. Zumindest musste man sich auf diesem Weg ein Ticket erspielen, eines kaufen zu können. Ab sofort lässt sich das Smartphone mit Ubuntu als Betriebssystem ohne Umwege und direkt bestellen. Das gilt für Bürger in der EU und der Preis für das Smartphone ist 299 Euro.

Upgrade-Pfad von Linux Mint 17.2 offen

Der Upgrade-Pfad auf Linux Mint 17.2 für sämtiche Varianten ist offen. Anwender von Linux Mint 17 oder 17.1 mit den Desktop-Umgebungen Cinnamon, MATE, KDE und Xfce können nun über den Software-Manager auf Linux Mint 17.2 aktualisieren. Das Upgrade erfolgt über ein GUI und ist sehr einfach zu handhaben.

Kodi 15.0 Isengard

Kodi hieß früher Xbmc und ist nun als Version 15.0 veröffentlicht. Die Entwickler haben sehr viele Verbesserungen und Neuerungen implementiert.

Die größte Neuerung ist allerdings keine spezielle Funktion, sondern der Umstand, dass Android-Anwender Kodi 15.0 und spätere Versionen direkt aus dem Google Play Store installieren können. Bei Amazons App Store hat man das beliebte Multimedia Center ebenfalls eingereicht, wurde aber mit eigenwilligen Gründen abgewiesen.

Kodi 15.0 für Linux, Mac OS X und Windows ist außerdem im Download-Bereich der Projektseite zu finden.