Jobsuche via Smartphone und Tablet

Recruiting wird mobiler

Hans Königes ist Ressortleiter Jobs & Karriere und damit zuständig für alle Themen rund um Arbeitsmarkt, Jobs, Berufe, Gehälter, Personalmanagement, Recruiting, Social Media im Berufsleben. Zusätzlich betreut das Karriereressort inhaltlich das Karrierezentrum auf der Cebit.
Auch bei der Arbeitsplatzsuche setzen sich Smartphones und Tablet-PCs durch. Schon jede zweite Fach- und Führungskraft liest Stellenanzeigen über mobile Endgeräte, so das Ergebnis einer Studie.
Mal eben schnell nach einer neuen Stelle suchen? Das ist heute fast überall möglich.
Mal eben schnell nach einer neuen Stelle suchen? Das ist heute fast überall möglich.
Foto: lightpoet - Fotolia.com

Überall und jederzeit auf Stellenanzeigen zugreifen zu können wird mit mobilen Endgeräten wie Tablets und Smartphones immer selbstverständlicher. Schon jeder achte Bundesbürger (13 Prozent), also ungefähr 9,1 Millionen Menschen, verwendet einen Tablet Computer.

Die Verkäufe von Smartphones sind im vergangenen Jahr laut Marktforschern geradezu explodiert. Konsequenz ist, dass Personaldienstleister ihre Karriereseiten und Stellenanzeigen zunehmend für die mobile Internet-Nutzung optimieren, um keine Kandidaten zu verlieren.

Hohe Reichweite

Vor dem Hintergrund dieser Entwicklung haben Wolfgang Jäger, Professor im Fachbereich Design Informatik Medien der Hochschule Rhein-Main in Wiesbaden und Inhaber der DJM Consulting GmbH, gemeinsam mit dem Karriereportal Jobware über 1400 Fach- und Führungskräfte befragt, wie sie das mobile Recruiting einschätzen und was die schon mobilen Nutzer von Stellenmärkten in Zukunft erwarten.

Rund zwei Drittel der mobilen Nutzer geben an, über das Smartphone oder Tablet Stellenanzeigen gelesen zu haben. Damit ist die potenzielle mobile Reichweite in dieser Zielgruppe deutlich höher, als bislang vermutet wurde. Häufig wird zu Hause, auf Reisen (Bus, Bahn, Auto) oder unterwegs (im Hotel oder Café) zum Smartphone oder Tablet gegriffen, um Stellenanzeigen zu lesen. Immerhin 14 Prozent nutzen das mobile Endgerät sogar am Arbeitsplatz zum Lesen von Stellenanzeigen. Verständlicherweise wünscht sich weit mehr als die Hälfte der Studienteilnehmer eine Anpassung der Stellenanzeigen an die Bildschirmgröße und Auflösung des mobilen Endgeräts. Ein Drittel würde hierfür sogar eine Reduzierung des Inhalts der Stellenanzeige in Kauf nehmen. Bewegte Bilder werden nur von sehr wenigen Befragten erwartet.

Aufmerksamkeit zählt

Immerhin neun Prozent der befragten Fach- und Führungskräfte, die über ihr mobiles Endgerät eine Stellenanzeige gelesen haben, haben sich via Smartphone oder Tablet auch mobil beworben. Dreimal so viele der befragten Manager erwarten, sich künftig mobil zu bewerben. Wichtig sei dabei, so ein Fazit der Studie, die Aufmerksamkeit des Bewerbers zu gewinnen, damit dieser zum Beispiel auf der Homepage des Unternehmens weitere Informationen findet.

Lassen sich diese Seiten nicht über das mobile Endgerät lesen, wird der eine oder andere Kandidat in Zukunft an die Konkurrenz verloren gehen. Wer kein Risiko eingehen will, empfiehlt Jäger, wird dem Stellensuchenden im Anschluss eine Möglichkeit bieten, sich über das mobile Endgerät zu bewerben, bevor er die Stellenanzeige wieder aus den Augen verliert. (hk)