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Rechtzeitig zur EM: Handy-TV-Zeitalter beginnt

29.02.2008
Von pte pte
Der deutsche Serviceanbieter Media Broadcast http://www.media-broadcast.com (ehemals T-Systems Media&Broadcast) hat heute, Freitag, von der österreichischen Regulierungsbehörde KommAustria die Zulassung zum Errichten und Betreiben eines bundesweiten Mobile-TV-Netzes auf DVB-H-Basis bekommen. Damit steht dem Start von Handy-TV in Österreich rechtzeitig zur Euro 2008 zumindest theoretisch nichts mehr im Weg. Der Plan sieht vor, Mobile-TV zum 01. Juni 2008 in den österreichischen Austragungsstädten der EM - Wien, Salzburg, Innsbruck und Klagenfurt - sowie den übrigen Landeshauptstädten anbieten zu können. Bis Ende 2008 soll eine 55-prozentige Abdeckungsrate erreicht werden.

Von Anfang an mit im Boot sitzen die beiden Mobilfunkbetreiber Hutchison 3G (3) und One, die das Bewerbungsverfahren von Media Broadcast unterstützt haben. Medienberichten zufolge besteht für die übrigen Anbieter aber noch die Möglichkeit, sich mit Media Broadcast auf eine Servicekooperation zu einigen. Im Rahmen eines Unternehmergesprächs heute Morgen in Wien http://www.businesscircle.at wollte der neue One-CEO Michael Krammer die nahezu zeitgleich verkündete Entscheidung noch nicht kommentieren, betonte aber den strategischen Wert von TV-Services am Handy.

Über den Service per se werde man als Mobilfunkunternehmen kaum verdienen können, da Kunden nur ein moderates Zusatzentgelt für die Handy-TV-Nutzung akzeptieren würden. "Viel interessanter ist in dieser Hinsicht allerdings die Möglichkeit, den Service als hochwertige Werbeplattform nutzen und anbieten zu können", so Krammer gegenüber pressetext. Als realistisches Ziel der Marktdurchdringung in den kommenden Jahren nannte Krammer 15 bis 20 Prozent aller Mobilfunkkunden. Technisch gesehen biete DVB-H alle Voraussetzungen, um Handy-TV zu einem Erfolg werden zu lassen, zeigt sich Krammer überzeugt.

DVB-H steht für Digital Video Broadcasting-Handheld und bezeichnet ein System, das TV-Programme auf tragbare und mobile Empfänger mit kleinen Bildschirmen sendet. Neben Fernsehprogrammen kann das System auch Radiosendungen und interaktive Dienste auf mobile Geräte übertragen. Die Codierung des Videosignals erfolgt mittels MPEG-4/AVC, und MPEG-4/AAC bei Audiosignalen. Pro Programm ergeben sich Datenraten um 400 Kilobit pro Sekunde. Diese reichen aus, um Fernsehprogramme auf kleinen Displays in sehr guter Qualität darzustellen. (pte)