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Raumsonde vor dem Kältetod

27.02.2008
Von Handelsblatt 
Ende einer Erfolgsgeschichte: Nach mehr als 17 Jahren im Einsatz steht die Raumsonde Ulysses vor ihrem Ende. Für den Weltraumveteranen ist es in den Weiten des Alls schlicht zu kalt geworden.

HEIDELBERG. Nach mehr als 17 Jahren im All geht die Lebensspanne der Sonnensonde Ulysses zu Ende: Auf Grund der nachlassenden Leistung der Nuklearbatterie zur Stromversorgung wird die Sonde in den nächsten zwei Monaten erfrieren.

Die europäisch-amerikanische Sonde Ulysses startete im Jahre 1990 von einem Spaceshuttle und machte sich zunächst auf den Weg zum Riesenplaneten Jupiter. Wegen der großen Entfernung zur Sonne ist sie nicht mit Solarsegeln, sondern mit einem Atomgenerator ausgerüstet. Dieser erzeugt schon seit einer Weile nicht mehr ausreichend Strom, um alle Geräte von Ulysses gleichzeitig betreiben zu können.

Seit kurzem sind auch Heizelemente in einigen Treibstoffleitungen betroffen. Fällt die Temperatur dort unter zwei Grad Celsius, wird das Hydrazin in den Leitungen gefrieren und die Steuerdüsen fallen aus. Dann lässt sich die Sonde nicht mehr zur Datenübertragung auf die Erde ausrichten und der Kontakt bricht ab. Die Europäische Weltraumbehörde Esa schätzt, dass dies spätestens im Mai 2008 der Fall sein wird.

Ulysses umläuft die Sonne einmal in sechs Jahren, hat also fast drei komplette Orbits absolviert. Ursprünglich war nur eine Lebensdauer von rund fünf Jahren und ein einmaliger Überflug von Süd- und Nordpol unseres Zentralgestirns geplant, die Sonde hat die in sie gesetzten Erwartungen also um ein Vielfaches übertroffen.