Ratgeber Karriere

Tipps für die Jobsuche

Karriereratgeber 2016 - Dr. Cornelia Riechers, Quality Outplacement

31.08.2016
Sie wollen das Ergebnis Ihrer Jobsuche nicht dem Zufall überlassen? Dann brauchen Sie eine gute Bewerbungsstrategie! Wie Sie dabei am besten vorgehen, diskutiert Dr. Cornelia Riechers mit Ihnen vom 25. August bis zum 7. September 2016.

Dr. Cornelia Riechers lebt in Düsseldorf und ist seit 1987 im Personalwesen tätig. 1993 gründete sie ihr eigenes Unternehmen Quality Outplacement mit den Schwerpunkten Personalentwicklung, Outplacement- und Karriereberatung. Zu ihren Kunden zählen bedeutende Firmen wie Siemens und die Deutsche Bank. Mehr als tausend Bewerber aus allen Branchen hat sie schon erfolgreich bei der beruflichen Neuorientierung betreut - vom angelernten Arbeiter bis zum Geschäftsführer. Die Outplacement- und Karriereberaterin beantwortet Ihre Fragen und gibt Ihnen Tipps aus ihrer fast 30-jährigen Erfahrung mit Bewerbungen und Bewerbern.

Dr. Cornelia Riechers rät: Stellen Sie sich doch mal in die Schuhe des Arbeitgebers.
Dr. Cornelia Riechers rät: Stellen Sie sich doch mal in die Schuhe des Arbeitgebers.
Foto: Lisa Hollenberg, familyphotography.de

Darüber hinaus publiziert Cornelia Riechers Fachartikel sowie Blogbeiträge zu Personal- und Karrierethemen. Sie hat auch bereits zwei Bücher veröffentlicht. In ihrem ersten Buch "So bleiben Sie erfolgreich arbeitslos. Ein paradoxer Bewerbungsratgeber" verarbeitet sie häufige Bewerberfehler auf humorvolle Art und Weise. Im zweiten, vor kurzem erschienenen Buch "Turbo zum Traumjob: Der Zielgruppenbrief" zeigt sie, wie man sich effektiv im verdeckten Stellenmarkt bewirbt.

Stellen Sie Ihre Fragen an Dr. Cornelia Riechers einfach unterhalb dieses Beitrags über unsere Disqus-Kommentarfunktion. Sie werden dann zeitnah beantwortet.

 

Dr. Cornelia Riechers

Guten Abend, liebe Diskussionsteilnehmer!

Meine 14 Tage als Moderatorin des Karriere-Ratgebers sind nun zu Ende. Ich bedanke mich bei Ihnen für Ihr Interesse!

Viele Grüße von
Dr. Cornelia Riechers

Dr. Cornelia Riechers

Guten Tag,
und vielen Dank für Ihre Frage!

Das Angebot Ihres Ex-Arbeitgebers, Ihren Zeugnisentwurf selbst zu erstellen, sollten Sie unbedingt annehmen. Niemand weiß so genau wie Sie selbst, was Sie getan und geleistet haben. Und niemand gibt sich mit Ihrem Zeugnis so viel Mühe wie Sie selbst.

Und auch wenn es oft heißt, Zeugnisse seien wenig glaubhaft, weil sie oft geschönt oder vom Mitarbeiter selbst verfasst werden, so können Sie sich doch darauf verlassen, dass Einsteller Ihre Arbeitszeugnisse sehr genau lesen.

Ihr Zeugnis sollte deshalb folgende wesentlichen Punkte enthalten:

1. Einleitung
2. optional: kurze Beschreibung des Unternehmens
3. Aufgabenbeschreibung
4. Beurteilung der Arbeitsleistung
5. Beurteilung des Sozialverhaltens
6. Beendigungsformel
7. optional: Bedauern, Dank, gute Wünsche

1. Die Einleitung enthält Ihren Namen und Ihr Geburtsdatum, Ihr Eintrittsdatum, Ihre Position im Unternehmen sowie den Unternehmensteil, in dem Sie beschäftigt waren.

2. Die Unternehmensbeschreibung erleichtert dem Leser das Verständnis Ihrer Aufgaben und die Einschätzung von deren Größenordnung und Bedeutung.

3. Die Aufgabenbeschreibung ist in Ihrem Fall besonders wichtig. Machen Sie deutlich, dass trotz der kurzen Betriebszugehörigkeit die Verantwortung für anspruchsvolle Aufgaben hatten. Bleiben Sie hier nicht zu allgemein, etwa “Projektarbeit”, sondern schildern Sie konkret, um was es sich handelte, etwa so:

"(Teil-)Projektmanagement mit Budgets bis zu 200.000 €, u. a.
- Beispiel 1
- Beispiel 2
Koordination und Steuerung internationaler Softwareentwicklerteams (bis zu 5 Entwickler)"

4. Für die Leistungsbeurteilung sind standardisierte Textbausteine verfügbar, sowohl in Buchform, auf CD oder auch als Download im Internet. Nutzen Sie diese aber bitte nur als Anregung und werden Sie auch hier konkret, indem Sie die Beurteilung in Bezug zu Ihren Aufgaben setzen.

Besser als die allgemeine Bescheinigung von beispielsweise „ausgezeichnetem Fachwissen“ ist eine spezifische Beschreibung dieses Wissens, etwa so:

"Aufgrund seiner langjährigen Erfahrung in der Medienbranche verstand Herr K. es sehr gut, die Anforderungen der Medienproduktion in IT-Prozesse umzusetzen."

Einzig bei der zusammenfassenden Leistungsbeurteilung, dem Satz mit der Zufriedenheit, sollten Sie sich an die vorgegebenen und durch Rechtsprechung abgesicherten Textbausteine halten.

5. Bei der Beurteilung des Sozialverhaltens sollten Sie alle Personengruppen erwähnen, mit denen Sie zu tun hatten, also vergessen Sie auch die externen Gesprächspartner nicht! Interessant für zukünftige Arbeitgeber ist hier besonders die Frage, wie Sie sich bei der Steuerung von Teams angestellt haben, wo Sie nicht der Vorgesetzte waren.

6. Am Schluss kommt die Beendigungsformel, die aussagt, wann und warum das Arbeitsverhältnis endete. Die ist wichtiger als Sie vielleicht denken, denn hier können Sie bereits möglichen Vorurteilen entgegenwirken und dafür sorgen, dass Sie später nicht als verantwortungsloser Jobhopper dastehen. Da Sie ja, wie Sie schreiben, bereits ein Anschlussarbeitsverhältnis gefunden haben, könnte diese Formel für Sie vielleicht so lauten:

"Herr K. verlässt unser Unternehmen auf eigenen Wunsch, um in seinen ursprünglichen Bereich, die Medienproduktion, zurückzukehren."

7. Und ganz zum Schluss sollte Ihr Ex-Arbeitgeber Ihr Ausscheiden bedauern, Ihnen danken und alles Gute für die Zukunft wünschen. Darauf haben Sie zwar kein Anrecht, jedoch könnte das Fehlen dieser Bestandteile sich negativ auswirken. Übertreiben Sie aber nicht! Das würde nicht glaubhaft wirken, denn die Firma ist bestimmt nicht glücklich über Ihren Fortgang nach so kurzer Zeit.

Ich hoffe, dass ich Ihnen hiermit weiterhelfen konnte, und wünsche Ihnen alles Gute in Ihrem neuen Job!

Dä Krämer

Guten Tag Frau Dr. Riechers,
durch ein duales Studium und mehrere Praktika habe ich schon etliche Jahre Berufserfahrung im Medienbereich.
Nach meinem Masterabschluss machte ich einen Ausflug in die IT:
Ich nahm das attraktive Angebot eines IT-Dienstleisters für Medienunternehmen an. Dort gefiel es mir aber nicht so wie erwartet, so dass ich schon nach einem halben Jahr zurück in die Medienbranche wechselte. Mein Ex-Arbeitgeber gibt mir nun die Möglichkeit, meinen Entwurf für das Arbeitszeugnis selbst vorzubereiten. Was sollte ich dabei beachten?
Mit freundlichen Grüßen

Dr. Cornelia Riechers

Guten Tag, liebe Forumsteilnehmer!

Bis zum 6. September beantworte ich hier Ihre Fragen zu Berufs- und Karrierethemen. Bewerber haben es heutzutage nicht leicht. Sie müssen Vorleistungen erbringen und manche unangenehme Erfahrung über sich ergehen lassen, um im Rennen zu bleiben. Trotzdem oder gerade deshalb rate ich Ihnen, Ihren beruflichen Wünschen und Träumen treu zu bleiben. Nur wenn Sie Begeisterung und Leidenschaft für Ihr Tun an den Tag legen, werden Sie Ihren Wunsch-Arbeitgeber überzeugen. Oder was glauben Sie, wie ein Bewerber bewertet wird, der auf die Frage “Warum wollen Sie gerade bei uns arbeiten?” antwortet: “Naja, irgendwas muss ich ja machen”?

Ich bin gespannt auf Ihre Fragen und freue mich, wenn ich Ihnen helfen kann, auf dem Weg zu Ihrem beruflichen Wunschziel wieder eine Hürde zu nehmen oder einen Stolperstein aus dem Weg zu räumen!

Viele Grüße von
Dr. Cornelia Riechers

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