Open-Source- und Linux-Rückblick für KW 47

Raspberry Pi, Minibian & GIMP

Jürgen Donauer war als Systemadministrator zunächst für Informix und später IBM tätig. Dann verschlug es ihn in das Rechenzentrum von Media-Saturn. Dort kümmerte er sich mitunter um die Webserver, Datenbankanbindungen und den Online-Shop. Anschließend war er als Redakteur im Bereich Linux für TecChannel tätig. Derzeit arbeitet Jürgen Donauer als freier Autor für TECCHANNEL und COMPUTERWOCHE sowie als Privatdozent.
Das Raspberry Pi Zero ist das neueste Mitglie der Pi-Familie. Der Winzling kostet lediglich fünf US-Dollar.

Die entschlackte Version von Raspbian, Minibian, basiert nun ebenfalls auf Debian Jessie. Die Kirche setzt mit der Kirchencloud auf ownCloud. GIMP 2.9.2 mit GEGL ist testbereit. KNOPPIX 7.6 mit Kernel 4.2.2 ist da.

Raspberry Pi Zero

Das Raspberry Pi Zero bringt einen Broadcom BCM2835 mit sich, der mit 1 GHz getaktet ist. Somit ist das Gerät ungefähr 40 Prozent schneller als ein Raspberry Pi 1. Weiterhin besitzt der Winzling 512 MByte RAM. Das Betriebssystem wird auf eine microSD-Karte gespielt. Natürlich ist das Raspberry Pi Zero zu Raspbian oder Minibian kompatibel. Das Raspberry Pi Zero misst gerade 65x30x5mm.

Der GPIO-Header ist zu denen der Modelle A+, B+ und Raspberry Pi 2 identisch. Der Stromverbrauch des neueste Pi ist sehr ähnlich zum Raspberry Pi A+.

Minibian wurde auf Jessie aktualisiert

Minibian ist eine Variante von Raspbian, die allerdings nur die notwendigsten Komponenten mit sich bringt und somit für das Raspberry Pi Zero besonders interessant ist. Somit eignet sich das Betriebssystem als Basis für eigene Projekte. Man installiert lediglich die Komponenten, die man auch tatsächlich benötigt. Genau wie Raspbian basiert nun auch Minibian auf Debian 8 Jessie.

Das Betriebssystem benötigt 451 MByte Festplattenplatz und braucht in der Standard-Ausstattung nur 29 MByte RAM. Minibian wird auf einem optimierten ext4-Dateisystem installiert und swap (Auslagerungsspeicher) ist deaktiviert. Weiterhin ist SSH aktiv und aus diesem Grund sollten Anwender das Standard-Passwort so schnell wie möglich ändern.

Kirchencloud basiert auf ownCloud 8

Auch kirchliche Organisationen setzen auf moderne IT und dazu gehört auch die Cloud. Der IT-Dienstleister für kirchliche Organisationen, KIRGST GmbH, hat sich entschieden, die Kirchencloud auf Basis der ownCloud anzubieten. Somit können konfessionelle Wohlfartsverbände, kirchliche Organisationen und so weiter Daten sicher austauschen.

Die Kirchencloud läuft dabei in den Rechenzentren der KIGST GmbJ, die sich in Frakfurt am Main und Düsseldorf befinden. Somit unterliegen die Daten deutschen Gesetzen und Vorschriften.

GIMP 2.9.2

GIMP bezeichnet man auch den Photoshop für Linux. Seit einiger Zeit arbeiten die Entwickler daran, GIMP auf die neue Bildbearbeitungs-Engine GEGL umzustellen. GIMP 2.9.2 ist die erste Entwickler-Version der 2.9.x-Reihe, die in das stabile GIMP 2.10 aufgehen wird.

Die kommende Version von GIMP bringt unter anderem Unterstützung für 16 und 32 Bit pro Farbkanal mit sich. Für später planen die Entwickler außerdem Funktionen wie zerstörungsfreies Bearbeiten der Bilder. Manche Funktionen sind derzeit allerdings noch langsamer als beim stabilen Zweig 2.8.x. Wer GIMP 2.9.x unter Ubuntu installieren möchte, kann ein sogenanntes PPA verwenden.

In der vergangenen Woche durfte man GIMP außerdem zum 20. Geburtstag gratulieren.

KNOPPIX 7.6

KNOPPIX wird gerne als die Mutter aller Live-Distributionen bezeichnet. Gut ein Jahr nach KNOPPIX 7.4 ist nun Version 7.6 verfügbar.

Es wurden eigentlich alle Komponenten aktualisiert. Als Kernel dient 4.2.2 und die Basis ist Debian 8 Jessie. Weiterhin ist experimentelle Unterstützung für UEFI und Secure Boot vorhanden.

Als Desktop-Umgebungen können Anwender zwischen dem Standard LXDE, KDE 5.4 oder GNOME 3.18 wählen. Das DVD-Abbild ist ungefähr vier GByte groß.

Der letzte Rückblick

Nach ziemlich genau vier Jahren Linux- und Open-Source-Rückblick verabschiede ich mich nun von diesem Format, da der Rückblick leider eingestellt wird. In meiner ersten Ausgabe war die Rede von Ubuntu 11.10 und KNOPPIX.6.7.1. Irgendwie scheint das in diesem Rückblick erwähnte KNOPPIX 7.6.0 diesen Kreis auch zu schließen. Wer sich weiterhin für Neuerungen zu den Themen Open-Source und Linux interessiert, findet fast täglich Informationen dazu auf meiner persönlichen Seite.

Ich bedanke mich auf jeden Fall bei all den treuen Lesern der letzten vier Jahre und verabschiede mich somit.

Jürgen