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Rätselraten vor den Oracle-Zahlen

15.12.2003

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Der US-Datenbankspezialist Oracle wird am heutigen Montag nach Börsenschluss Zahlen für das zweite Geschäftsquartal 2004 (Ende: 30. November) vorlegen. Die Zeichen stehen gut: Analysten erwarten im Schnitt, dass die Company ihren Gewinn gegenüber dem Vorjahreszeitraum von zehn auf elf Cent pro Aktie erhöhen kann. Gleichzeitig soll der Umsatz laut mittlerer Prognose von 2,31 Milliarden auf 2,41 Milliarden Dollar ansteigen. Damit kündigt sich auch für Oracle eine Erholung an, nachdem der Softwareanbieter im ersten Fiskalquartal schwache Zahlen vorgelegt hatte (Computerwoche online berichtete).

Wie immer steckt der Teufel jedoch im Detail: Trotz durchwegs optimistischer Prognose sind sich die Marktbeobachter der Wall Street nicht darüber einig, wie gut sich die Company in den einzelnen Geschäftsbereichen geschlagen hat. Einige Analysten erwarten in Oracles Brot-und-Butter-Geschäft Datenbanksoftware einen Umsatzzuwachs um 20 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum - im ersten Geschäftsquartal waren die Einnahmen hier noch um sieben Prozent auf 408 Millionen Dollar zurückgegangen. Dabei könnten die Kalifornier von einem Anstieg der IT-Investitionen profitiert haben, wenngleich sie den Konkurrenten IBM und Microsoft im unteren Segment in letzter Zeit zunehmend Marktanteile abgeben mussten.

Andere Marktbeobachter sehen Oracles größte Wachstumschancen im Bereich Applikationen, der zuletzt einen Umsatzrückgang um vier Prozent auf 107 Millionen Dollar verbuchte. Damit würde sich jedoch die berechtigte Frage stellen, warum Oracle mehrere Milliarden Dollar dafür ausgeben will, seinen Konkurrenten Peoplesoft aus dem Verkehr zu ziehen.

In einem Punkt sind sich die Analysten jedoch einig: Ein starkes Quartal des zweitgrößten Unternehmenssoftwareherstellers wird als weiteres Zeichen einer Markterholung gewertet. Schneidet die Company dagegen schlechter als erwartet ab, wird dies allein Oracle zur Last gelegt. (mb)