Keine Behinderung

Rätselraten um Hackerangriff auf Bundestag

18.05.2015
Welche Hacker hatten es beim jüngsten Angriff auf die Computer des Bundestags abgesehen? Das ist noch immer ungeklärt. Festzustehen scheint aber: Sie haben ihr Ziel nicht erreicht. Der Bundestag ist nicht lahmgelegt.

Die Aufklärung des bisher schwersten Hackerangriffs auf das interne Datennetz des Bundestages zieht sich hin. Die Ursachenforschung werde noch einige Tage dauern, sagte eine Bundestags-Sprecherin am Sonntag auf Anfrage. Die Analysephase durch das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik könnte sich noch über zwei bis drei Tage erstrecken. Es sei aber davon auszugehen, dass es mit Beginn der aktuellen Sitzungswoche keine Behinderungen in der Parlamentsarbeit gebe.

Reichstagsgeäude in Berlin, Sitz des Bundestags
Reichstagsgeäude in Berlin, Sitz des Bundestags
Foto: Thomas Cloer (CC BY-NC-SA 2.0)

Die Vorsitzende der IT-Kommission und Vizepräsidentin des Parlaments, Petra Pau (Linke), hatte zuvor erklärt, bisher gebe es keine Hinweise, dass Informationen abgeflossen seien. Mit dem Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) werde weiter geprüft, wer der Angreifer sei. Es werde versucht, das Netz geschlossen zu halten, sagte Pau am Samstag: "Wir arbeiten daran."

Am Freitag war bekanntgeworden, dass Bundestags-Computer Ziel einer bislang beispiellosen, mehrtägigen Attacke unbekannter Hacker geworden waren. Einen solchen Angriff auf das Netz des Bundestags über mehrere Tage hat es laut Pau noch nicht gegeben.

Der "Mitteldeutschen Zeitung" (Samstag) sagte Pau, einen besonderen Angriff auf den NSA-Untersuchungsausschuss könne sie nicht bestätigen. Es sei eher ein Angriff, um offensichtlich eine Überlastung herzustellen und somit einzudringen. Das sei den Angreifern aber nicht gelungen.

Anfang Januar waren die Internetseiten von Bundeskanzleramt und Bundestag durch einen schweren Hackerangriff stundenlang lahmgelegt worden. Zu der Attacke bekannte sich damals umgehend eine prorussische Hacker-Gruppe aus der Ukraine namens CyberBerkut. (dpa/tc)