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Radian6 sitzt künftig direkt an der Tweet-Quelle

Thomas Cloer war viele Jahre lang verantwortlich für die Nachrichten auf computerwoche.de.
Er sorgt außerdem ziemlich rund um die Uhr bei Twitter dafür, dass niemand Weltbewegendes verpasst, treibt sich auch sonst im Social Web herum (auch wieder bei Facebook) und bloggt auf teezeh.de. Apple-affin, bei Smartphones polymorph-pervers.
Der Cloud-Pionier Salesforce.com bekommt für sein Radian6 jetzt direkten Zugang zu Twitters "Firehose"-Stream aller öffentlichen Kurznachrichten.
Radian6 gehört seit 2011 zum Cloud-Imperium von Mark Benioff.
Radian6 gehört seit 2011 zum Cloud-Imperium von Mark Benioff.

Kunden von Radian6 könnten damit mehr als 400 Millionen Tweets pro Tag analysieren, um mehr über ihren Kunden zu erfahren, ihre Kundenbeziehungen zu verbessern und ihre Markenidentität aufzubauen, teilte Salesforce.com mit. Finanzielle Details der Partnerschaft mit Twitter wurden nicht veröffentlicht.

Radian6 ist das Social-Media-Monitoring- und -Engagement-Tool von Salesforce.com. Salesforce.com hatte Radian6, dessen Technik Unterhaltungen in Sozialen Netzwerken wie Twitter, Facebook oder LinkedIn erfasst, im vergangen Jahr übernommen. Seither bemüht sich das Unternehmen, das Social-Media-Angebot für seine Kunden noch weiter auszubauen. Früher in diesem Monat kündigte es beispielsweise den Kauf des Social-Media-Marketing-Spezialisten Buddy Media für knapp 690 Millionen Dollar in bar und Aktien an. Erzrivale Oracle (Salesforce-Chef Mark Benioff wurde einst als Kronprinz von Larry Ellison gehandelt, bevor sich beide überwarfen und Benioff eigene Wege ging) hatte im vorigen Monat Vitrue übernommen, mit dem Firmen ebenfalls ihre Botschaften und Werbung über verschiedene soziale Plattformen hinweg verbreiten können.

Twitter gewährt bereits einer Reihe von Unternehmen wie Gnip oder Datasift Zugriff auf seinen "Feuerwehrschlauch", die Unternehmen Daten daraus weiterverkaufen. Im April hatte auch Dataminr aus New York eine solche Partnerschaft angekündigt, wie der "IDG News Service" berichtet.

Ein "expanded Tweet" mit einem Artikel der "New York Times" auf dem iPhone
Ein "expanded Tweet" mit einem Artikel der "New York Times" auf dem iPhone
Foto: Twitter

Apropos Twitter: Der Kurznachrichtendienst, bei dem seit gestern Abend auch der ehemalige Nationaltorhüter Oliver Kahn (mehr schlecht als recht) schreibt beziehungsweise schreiben lässt, baut seine "erweiterten Tweets" aus. Bislang konnte man in solchen "expanded Tweets" schon beispielsweise YouTube-Videos oder Instagram-Fotos betrachten, ohne die Webseite oder App zu verlassen. Nun integriert Twitter auch Artikelvorschauen von ausgewählten Medienpartnern wie "Wall Street Journal", "New York Times" oder "Spiegel Online".

Bereits im Tweet werden dann Überschrift, Vorspann und ein Bild angezeigt; überdies kann auch der Twitter-Account des Publishers und Autors eingeblendet werden. Twitter-Nutzer können dann direkt aus dem Tweet heraus diesen folgen, den Text weiterlesen sowie den Tweet beantworten, favorisieren oder retweeten. Neben journalistischen gibt es auch neue Partner aus den Bereichen Audio (darunter auch Soundcloud aus Berlin) und Video. Bislang funktionieren die expanded Tweets auf der normalen und mobilen Webseite von Twitter; die Apps für iOS und Android sollen in Kürze entsprechend angepasst werden.