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R/3 wurde oft nur wegen Euro und Y2K eingeführt

24.11.2000

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Die IT-Unternehmensberatung CSC Ploenzke hat 122 SAP-Anwenderunternehmen aus unterschiedlichen Branchen nach Motiven und Methoden ihrer R/3-Implementierung befragt. Dabei kamen interessante Ergebnisse heraus: Nur 17 Prozent der Anwender haben das ERP-System (Enterprise Resource Planning) aus strategischen Gründen eingeführt. Hauptmotiv war offenbar die mangelnde Unterstützung von Jahr 2000 und dem Euro bei früheren Legacy-Systemen (35 Prozent). Auch technische Notwendigkeiten wurden häufig angeführt (28 Prozent).

Der Anpassungsaufwand bei der R/3-Implementierung ist groß: Knapp drei Viertel (73 Prozent) aller Befragten gaben an, die Individualität ihrer Geschäftsprozesse habe zu starken Anpassungen im SAP-System geführt. Gerade elf Prozent nahmen den Begriff "Standardsoftware" wörtlich und übernahmen die von R/3 vorgegebenen Prozesse komplett.

Das Prozessoptimierungspotenzial der SAP-Software schätzen knapp zwei Drittel (63 Prozent) der Anwender als "sehr hoch" oder "hoch" ein. Allerdings eher theoretisch - 81 Prozent der Befragten räumte ein, das vorhandene Potenzial in der Praxis nicht ausgeschöpft zu haben.