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Qwest will Jahresergebnis 2001 revidieren

15.07.2002

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Um Image und Kreditwürdigkeit seines Unternehmens wieder aufzupolieren, will der neue Qwest -Chef Richard Notebaert die Ergebnisse des Geschäftsjahr 2001 korrigieren. Das berichtet zumindest das "Wallstreet Journal" unter Berufung auf informierte Kreise. Der TK-Konzern aus Denver, Colorado, hatte im vergangenen Jahr einen Nettoverlust von vier Milliarden oder 2,42 Dollar je Anteil ausgewiesen bei 19,7 Milliarden Dollar Umsatz. Nun soll ein Großteil der Einnahmen wegfallen, die Qwest bei den umstrittenen Tauschgeschäften von Netzkapazitäten erwirtschaftet hatte, insgesamt wird der Jahresumsatz voraussichtlich um über eine Milliarde Dollar sinken. Analysten schätzen außerdem, dass sich das Defizit durch die Revision um über 800 Millionen Dollar oder fünfzig Cent pro Aktie erhöht. Anfang Juli war bekannt geworden, dass sich neben der US-Börsenaufsicht SEC auch das

Justizministerium für die Bilanzierungspraktiken von Qwest und insbesondere den Tausch von Netzkapazitäten mit anderen Carriern interessiert (Computerwoche online berichtete). Neben den Betrugsvorwürfen leidet der TK-Konzern unter einem Schuldenberg von rund 26,6 Milliarden Dollar sowie den vorhandenen Überkapazitäten im Glasfaserbereich. Die Kreditwürdigkeit des Konzerns wurde von Rating-Agenturen auf den Junk-Status herabgestuft. Um seine Verbindlichkeiten abzubauen, sucht Qwest einen Käufer für sein Telefonbuchgeschäft. (mb)