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Qwest schreibt rote Zahlen

05.11.2004

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Nach einem hohen Profit im Vorjahr hat der US-Carrier Qwest Communications im dritten Quartal 2004 nun einen deutlichen Verlust verbucht. Wie das Unternehmen aus Denver, Colorado, bekannt gab, fiel im aktuellen Berichtsquartal ein Defizit von 569 Millionen Dollar oder 31 Cent pro Aktie an. Im Vergleichsquartal 2003 hatte der viertgrößte regionale TK-Anbieter der Vereinigten Staaten dank Erlösen von 2,52 Milliarden Dollar durch den Verkauf seiner Telefonbuchsparte einen Überschuss von 1,83 Milliarden Dollar erzielt.

Das aktuelle Ergebnis wurde allerdings von Sonderaufwendungen in Höhe von 290 Millionen Dollar belastet. Dazu zählen insbesondere Rückstellungen in Höhe von 250 Millionen Dollar für die Beilegung des Rechtsstreits mit der US-Börsenaufsicht SEC (Computerwoche.de berichtete). Um Einmaleffekte bereinigt, fiel ein Pro-forma-Verlust von 279 Millionen Dollar oder 15 Cent je Aktie an - die Wall Street hatte mit einem leicht niedrigeren Minus gerechnet. Der Umsatz ging im Jahresvergleich um 3,4 Prozent auf 3,45 Milliarden Dollar zurück und entsprach damit den Markterwartungen. "Unser Geschäft läuft nicht unbedingt hervorragend, aber wir machen Fortschritte", kommentierte CEO Richard Notebaert die Leistung im Festnetzbereich. Unternehmensangaben zufolge ging die Zahl der Privatkundenanschlüsse im Berichtsquartal um 86.000 Stück zurück. Gleichzeitig konnte Qwest jedoch 102.000 Kunden für schnelle Internet-Zugänge sowie 339.000 Bestellungen von Ferngesprächsanschlüssen hinzugewinnen.

Um profitabel zu werden, konzentriert sich Qwest nun darauf, die Kosten weiter zu senken und seine Einnahmen zu steigern, erklärte CEO Notebaert. Noch vor Beginn des Weihnachtsgeschäfts will der Carrier über seine Kooperation mit Sprint neue Mobilfunkdienste anbieten. Außerdem experimentiert Qwest mit der breitbandigen Funkübertragungstechnik Wimax (Worldwide Interoperability for Microwave Access), die Transferraten von bis zu 80 Mbit/s über Entfernungen bis zu 30 Meilen erlauben soll. (mb).