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Qwest in Verhandlungen für MCI-Übernahme

03.02.2005

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Die amerikanischen Telefongesellschaften Qwest und MCI verhandeln über einen möglichen Zusammenschluss. Dies berichtet das "Wall Street Journal". Qwest Communications International biete rund 6,3 Milliarden Dollar (4,8 Mrd Euro) für MCI. Die Gespräche hätten sich in den vergangenen Tagen weit entwickelt, allerdings sei ein Scheitern noch möglich.

Damit gehen die Übernahme- und Fusionsgespräche in der amerikanischen Telekommunikationsbranche auf Hochtouren weiter. Der Telefonkonzern SBC Communications will AT&T für rund 16 Milliarden Dollar kaufen.

Qwest (Denver/US-Staat Colorado) ist in 14 US-Bundesstaaten im Westen des Landes aktiv. Das Unternehmen hat nach Angaben der Zeitung einen Marktwert von 7,7 Milliarden Dollar und 17,2 Milliarden Dollar Schulden.

MCI ist aus der WorldCom hervorgegangen, die in den schwerwiegendsten Bilanzbetrugsskandal der US-Geschichte und in das größte Insolvenzverfahren verwickelt war. WorldCom hatte MCI 1998 für 38 Milliarden Dollar gekauft. Damals befanden sich die Telekom- Aktien während einer beispiellosen Spekulationsphase auf dem Höhenflug. Die Gesellschaft hatte sich nach Abschluss des Insolvenzverfahren wieder in MCI umbenannt.

MCI ist ein großer US-Ferngesprächsanbieter und verfügt auch über ein weltweites Hochleistungs-Netz, über das ein erheblicher Teil des globalen Internetverkehrs läuft.

Ein Gebot der amerikanischen Telefongesellschaft Verizon Communications für MCI könne die Qwest-Pläne leicht scheitern lassen, schreibt das "WSJ". Verizon führe Sondierungsgespräche mit MCI. Mehrere andere Interessenten hatten sich in den vergangenen Monaten an MCI herangemacht.

Carlos Slim, der größte MCI-Aktionär, ziehe in Erwägung, MCI "zu privatisieren", sprich von der Börse zu nehmen. Slim kontrolliert die große mexikanischen Telefongesellschaft Teléfonos de México und ist der reichste Lateinamerikaner. (dpa/tc)