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Qwest findet Käufer für Directory-Unit

20.08.2002

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Der durch Luftbuchungen in einen Finanzskandal geratene TK-Konzern Qwest konnte sich offenbar in letzter Minute vor einem drohenden Konkurs retten. Nach einem Bericht des "Wallstreet Journal" gelang es dem hoch verschuldeten US-Carrier, einen Käufer für seine Telefonbuch-Division Dex zu finden. Der Zeitungsmeldung zufolge ist ein Konsortium, angeführt von den Investmentbanken Carlyle Group und Welsh, Carson, Anderson & Stowe bereit, mehr als sieben Milliarden Dollar für die Sparte zu zahlen. Qwest erklärte, der Verkauf verhelfe zu ausreichender Liquidität, um den Geschäftsbetrieb bis ins Jahr 2005 hinein zu garantieren. Bis vor kurzem hatten viele Analysten eher mit einem Konkurs gerechnet, da Ende September eine Kreditlinie über 3,4 Milliarden Dollar ausläuft. Insgesamt steht Qwest bei den Gläubigerbanken mit 26,5 Milliarden Dollar in der Kreide. Gleichzeitig ermitteln das

US-Justizministerium und die Börsenaufsicht bei der viertgrößten Telefongesellschaft in den USA. Qwest hatte vor kurzen eingeräumt, in den vergangenen drei Jahren Umsätze in Höhe von insgesamt 1,16 Milliarden Dollar falsch verbucht zu haben (Computerwoche online berichtete).

Im Rahmen einer zweistufigen Vereinbarung veräußert der TK-Konzern aus Denver, Colorado, zunächst die östliche Hälfte des Telefonverzeichnisdienstes für 2,75 Milliarden Dollar. Der Deal soll bis Mitte Oktober oder Mitte November abgeschlossen sein. Der Verkauf des westlichen Teils für 4,3 Milliarden Dollar soll in sechs bis zwölf Monaten folgen, nachdem die Regulierungsbehörde ihr Plazet gegeben hat. (mb)