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Qwest erneut im Visier des Gesetzeshüter

29.04.2002

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Der finanziell angeschlagene US-Carrier Qwest Communications steht offenbar unter Verdacht, mit mehreren Konkurrenten geheime Verträge geschlossen zu haben. Im Gegenzug sollen die Wettbewerber zugestimmt haben, die schnelle Expansion von Qwest nicht zu behindern. Wie das "Wall Street Journal" berichtet, untersuchen mehrere US-Bundesstaaten, darunter Minnesota, Arizona, Oregon, New Mexico, Colorado und Utah, ob einige kleinere Netzbetreiber Rabatte für die Nutzung von Qwests regionaler TK-Infrastruktur erhielten. Unter dem 1996 verabschiedeten Gesetz Telecommunications Act müssen regionale Netzbetreiber in den USA jedoch allen lokalen Konkurrenten dieselben Konditionen zur Mitbenutzung ihrer Infrastruktur anbieten.

Die TK-Gesellschaft Qwest, die neben Orts- und Regionalgesprächen auch Fernverbindungen in den USA anbietet, wies die ursprünglich von ihrem Rivalen AT&T vorgebrachten Vorwürfe zurück. AT&T hatte die zuständigen Behörden in den einzelnen Bundesstaaten auf die besagten Qwest-Vereinbarungen aufmerksam gemacht. Qwest hat inzwischen die Kartellbehörde FCC (Federal Communications Commission) aufgefordert, die Vorwürfe zu prüfen, um mehreren einzelnen Verfahren in den US-Bundesstaaten vorzubeugen. Noch hat sich die FCC nicht zu der Angelegenheit geäußert.

Qwest wird derzeit zudem von der US-Börsenaufsicht SEC (Securities and Exchange Commission) unter die Lupe genommen. Die Behörde untersucht, ob Qwest für die Geschäftsjahre 2000 und 2001 zu hohe Umsätze ausgewiesen hat (Computerwoche online berichtete). (ka)