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Qwest belohnt seinen CEO

10.04.2002

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Der finanziell angeschlagene US-Carrier Qwest Communications hat seinem CEO Joseph Nacchio im vergangenen Jahr knapp 27 Millionen Dollar einschließlich Bonus und einer Einmalzahlung von 24 Millionen Dollar überwiesen. Darüber hinaus erhielt er 7,25 Millionen Aktienoptionen, die knapp 200 Millionen Dollar Wert sein könnten, wenn der Kurs der Aktie in den nächsten zehn Jahren um zehn Prozent steigt. Weil Nacchio im vergangenen Jahr auch Aktienoptionen ausgeübt hat, konnte er weitere 74 Millionen Dollar einstreichen, wie aus einer Mitteilung an die US-Börsenaufsicht SEC hervorgeht. Die neuen Stock-Options sollen demnach sicherstellen, dass sich die wirtschaftlichen Interessen des Qwest-CEO mit den Vorstellungen der Anteilseigner decken, hieß es.

Für die Analystengemeinde kam dieser Geldregen etwas überraschend. Wegen des schlechten Klimas in der TK-Branche musste Qwest vergangenes Jahr die Erwartungen mehrfach reduzieren. Zudem wurden elf Prozent der Stellen abgebaut, um die Kosten in den Griff zu kriegen. Seit März 2002 werden überdies die Bilanzen des Unternehmens aus den vergangenen zwei Jahren von der US-Börsenaufsicht SEC untersucht. Die zuständigen Wirtschaftsprüfer kamen - wie bei Enron - von Arthur Andersen. Deren weitere Verpflichtung werde gegenwärtig geprüft, hieß es dazu beim Carrier. Qwests Aktienkurs war im vergangenen Jahr um 64 Prozent eingebrochen. (ajf)