Moderne Bürosoftware

Quip kann jetzt auch Spreadsheets

Thomas Cloer war viele Jahre lang verantwortlich für die Nachrichten auf computerwoche.de.
Er sorgt außerdem ziemlich rund um die Uhr bei Twitter dafür, dass niemand Weltbewegendes verpasst, treibt sich auch sonst im Social Web herum (auch wieder bei Facebook) und bloggt auf teezeh.de. Apple-affin, bei Smartphones polymorph-pervers.
Quip möchte eine moderne Produktivitäts-Suite mit Fokus auf mobile Nutzung liefern. Mit der Integration von Spreadsheets tut das Startup einen entscheidenden weiteren Schritt.

Quip ist das Baby von Bret Taylor. Der hat Google Maps miterfunden, Friendfeed gebaut und war danach CTO von Facebook. Seit 2012 entwickelt er mit seinem Google-Kumpel Kevin Gibbs und einer kleinen Mannschaft Quip, das im Sommer 2013 debütierte. Seitdem hat sich das Produkt deutlich weiterentwickelt.

Ein Quip-Spreadsheet auf dem iPad
Ein Quip-Spreadsheet auf dem iPad
Foto: Quip

Neuester Streich von Taylor, Gibbs und Konsorten ist die Integration von Rechenblättern (Spreadsheets) direkt in Quip einfach über den "Einfügen"-Knopf. Ein Quip-Dokument kann dabei beliebig viele Spreadsheets enthalten. Diese unterstützen mehr als 400 Rechenfunktionen und alle gängigen Formatierungen. Daten in einem Rechenblatt lassen sich anderswo im Dokument über "=" und den Zellennamen genauso einfach referenzieren wie Personen via "@". In der linken oberen Ecke hat jedes Quip-Spreadsheet einen Knopf, der es mit einem Klick in eine Vollbildansicht umschaltet.

Natürlich dürfen auch die Quip-üblichen Social- und Collaboration-Features nicht fehlen - Änderungen von Kollegen erscheinen in der Unterhaltung links vom Dokument und lassen sich beantworten, ablehnen oder sogar "liken". Kommentare lassen sich bis herab auf die Ebene einer einzelnen Zelle granular abgeben. Für die Bearbeitung auf Smartphones gibt es spezielle Keyboards für Zahlen- und Formeleingaben, auf dem Tablet sind diese zu einer Spezialtastatur kombiniert. Alle Geräte (inklusive Desktop / Browser; Quip-Apps gibt es für iOS und Android) unterstützen Autovervollständigung von Formeln. Quip kann Rechenblätter aus Excel (.xls und .xlsx) und OpenOffice sowie CSV importieren; Export geht nur nach Excel. Apropos Excel: Dem CFO den Microsoft-Boliden wegnehmen will Bret Taylor nicht. Aber für den Rest der Welt außerhalb der Finanzbuchhaltung hält der Quip-Chef die neuen Spreadsheets für genau das, worauf die Nutzer gewartet haben.

Ein Kommentar ist in einem Quip-Rechenblatt bis herunter auf Zellebene möglich.
Ein Kommentar ist in einem Quip-Rechenblatt bis herunter auf Zellebene möglich.
Foto: Quip

Anders als beispielsweise Google Docs (oder Microsoft selbst mit seinen Office Web Apps) versucht Quip nicht, Microsofts Desktop-Büroprogramme im Browser nachzubauen. Es fokussiert stattdessen auf Dokumente und noch stärker auf die Menschen, mit denen man zusammenarbeitet und kommuniziert. Das ist wirklich fortschrittlich - allerdings auch leider der Arbeitswirklichkeit in den meisten Büros und Firmen mindestens einen Schritt zu weit voraus...