Open Source

Quelloffene Anwendungen für den Büro-PC

Jürgen Donauer war als Systemadministrator zunächst für Informix und später IBM tätig. Dann verschlug es ihn in das Rechenzentrum von Media-Saturn. Dort kümmerte er sich mitunter um die Webserver, Datenbankanbindungen und den Online-Shop. Anschließend war er als Redakteur im Bereich Linux für TecChannel tätig. Derzeit arbeitet Jürgen Donauer als freier Autor für TECCHANNEL und COMPUTERWOCHE sowie als Privatdozent.
Während Linux schon länger auf dem Server-Markt etabliert ist, nutzen noch viel zu wenige Unternehmen die Möglichkeiten quelloffener Alternativen zu etablierten Windows-Anwendungen, wie Microsoft Office und Adobe Photoshop.

Von Linux-Seite bemüht man sich schon seit längerem den Erfolg, den man im Server-Bereich bereits erzielt hat, nun auch im Desktop-Bereich zu wiederholen. Bisher jedoch vergeblich. Einer der Gründe hierfür ist wohl in der Tatsache zu suchen, dass viele User, seien es jetzt Firmen, oder Privatanwender immer noch davon ausgehen, dass es beim Einsatz von Open-Source-Produkten geradezu zwangsläufig zu Kompatibilitäts-Problemen mit dem immer noch marktbeherrschenden Windows kommen könnte. Wirft man jedoch einen vorurteilsfreien Blick auf die Herausforderer kommerzieller Software, so zeigt sich schnell, dass Open-Source-Produkte oft eine echte Alternative darstellen können.

Insbesondere im Bereich der Grafik- und Büroprogramme findet man schnell Alternativen zu den etablierten Lösungen aus dem Häusern Microsoft und Adobe. Nicht unerwähnt soll hierbei bleiben, dass der Umstieg in manchen Fällen nicht vollständig möglich ist, da auf Grund spezieller Hürden in Windows leider noch nicht alle PCs umgestellt werden können.

Lesen Sie auf den folgenden Seiten an welcher Stelle ein Umstieg Sinn macht und welches die besten quelloffnen Programme sind.

Native Office-Alternativen

Dieser Beitrag befasst sich zunächst mit den Software-Alternativen, die es nativ für Linux gibt. Im Office-Bereich gibt es hier gleich mehrere. Vor allen Dingen für Anwender, die ausschließlich mit Textverarbeitung, Tabellenkalkulation und Präsentations-Software arbeiten.

Office-Suite von SoftMaker

Seit Oktober 2008 gibt es SoftMaker Office 2008 auch für Linux. Das Büro-Paket bietet mit TextMaker, PlanMaker und Presentations eine Textverarbeitung, eine Tabellenkalkulation und eine Präsentations-Software. Die Firma wirbt mit kompletter Kompatibilität zu Microsoft-Dateiformaten. Dies gilt derzeit allerdings noch nicht für die OOXML-Dateien von Office 2007. SoftMaker Dafür sind die derzeit implementierten Import-Filter für ältere Office-Produkte hervorragend. Softmaker 2008 kann außerdem mit Open Document Format (ODF) umgehen.

Starkes Trio: SoftMaker-Office ist die schnellste Alternative.
Starkes Trio: SoftMaker-Office ist die schnellste Alternative.

Die größten Stärken von SoftMaker 2008 für Linux sind allerdings der geringe Hardware-Hunger und die Geschwindigkeit. Setzt man Funktionsumfang zu Performance in Relation ist SoftMaker konkurrenzlos. Darüber hinaus lassen sich Dokumente als PDF-Dateien exportieren. Des Weiteren bringt SoftMaker 2008 zwei Duden-Bücher als elektronische Nachschlagewerke mit sich: Das große Fremdwörterbuch und das Deutsches Universalwörterbuch.

Per Mausklick aufrufbar: Die Wörterbücher lassen sich mit nur einem Mausklick aktivieren.
Per Mausklick aufrufbar: Die Wörterbücher lassen sich mit nur einem Mausklick aktivieren.

Mit 69,95 Euro ist SoftMaker Office 2008 für Linux eine erschwingliche Alternative zu Microsoft-Office. Für 99,95 Euro bekommen Sie das Produkt sogar für Windows und Linux gebündelt. Interessierte können auch eine Testversion herunterladen, die 30 Tage lang verwendbar ist. Das Programm braucht zirka 200 MByte auf der Festplatte. Allerdings sollten Sie beachten: In der Home and Student-Version ist Office 2007 bereits zu einem ähnlichen Preis zu haben. In dieser erhalten Sie Word, Excel, PowerPoint und One Note.