Laserdrucker

Quelle der giftigen Feinstaub-Partikel entdeckt

13.02.2009 | von pte pte
Beim Ausdruck mit einem Laserdrucker belastet die Fixierung der Druckseite wie auch der häufige Temperaturwechsel die Luft mit giftigen Kleinstpartikeln.

Zu diesem Schluss kommen Forscher der Queensland University of Technology (QUT). Sie suchten nach der genauen Herkunft des belastenden Feinstaubs und der ultrafeinen Partikeln, die bereits in zahlreichen früheren Studien als Ausstöße von Laserdruckern nachgewiesen worden waren. Dabei identifizierte man zwei verschiedene Formen, in denen Laserdrucker Partikel ausstoßen. "Je mehr sich der Drucker erhitzt, umso eher formen sich diese Partikel, doch auch die Häufigkeit des Temperaturwechsels spielt eine Rolle", so die Studienautorin Lidia Morawska gegenüber ScienceDaily. Das Forschungsergebnis soll den Konsumenten die Mechanismen verständlich machen, die bei Laserdruckern zu höherer Belastung führen und die Entwicklung emissionsloser Drucker beschleunigen.

Die Untersuchung verglich einen Drucker mit hohen Ausstößen mit einem, der nur wenige Partikel freisetzte. Der erste arbeitete bei einer niedrigeren Durchschnittstemperatur, vollzog jedoch schnelle Temperaturveränderungen, die zu mehr Ausstößen von kondensiertem Dampf führten. Hingegen zeigte sich beim Drucker mit der besseren Temperaturregelung ein reduzierter Ausstoß ultrafeiner Partikel. Als zweites Kriterium für den Partikelausstoß erkannten die Forscher den Dampf, der im Moment der Fixierung des gedruckten Bildes auf das Papier freigesetzt wurde. "Beim Druckprozess wird Tonerfarbe geschmolzen. Wenn diese warm ist, verdampfen bestimmte Inhaltsstoffe. Diese Dämpfe verschmelzen oder kondensieren in der Luft und bilden die ultrafeinen Partikel", erklärt Morawska. Die freigesetzten Materialien seien somit das Ergebnis der Kondensation von organischen Inhaltsstoffen, die sowohl vom Papier als auch vom heißen Toner abstammen.

Für Schlagzeilen sorgte Morawska erstmals 2001 mit Raumluftmessungen. Sie wies damals nach, dass die hohe Feinstaubbelastung, die sie in Büros feststellte, nicht aus eindringenden Abgasen des Straßenverkehrs entstammte, sondern durch Bürogeräte selbst hervorgerufen wurde. Zahlreiche Studien haben seither mehr Licht in die dunkle Seite des Laserdrucks gebracht und stets neue Elemente entdeckt, die etwa die Schleimhäute des Menschen angreifen und teilweise krebserregend sind. "Gezeigt wurde etwa, dass jede gedruckte Seite eine Milliarde Partikel im Raum freisetzt", sagt Hans-Joachim Stelting, Vorsitzender der Stiftung nano-Control, im pressetext-Interview. Die Druckerindustrie habe sich an bestimmten Studien beteiligt, die die Art und Herkunft der Partikel erforschten. Der nach Ansicht Steltings wichtigste Bereich sei dabei jedoch stets ausgespart geblieben. "Bisher fehlt der Nachweis, wie sich Laserdrucker auf die Gesundheit des Menschen auswirken", so der Hamburger Feinstaubspezialist. In diesem Jahr soll dieses Versäumnis durch eine groß angelegte Studie nachgeholt werden.

Ein Streitpunkt unter Wissenschaftlern ist noch immer die Rolle des Toners für die Luftbelastung. Eine Studie des WKI Braunschweigs stellte fest, dass dieser kaum am Druckerausstoß der Nanopartikel beteiligt ist. "Dennoch setzt ein auch nur geringer Ausstoß des Toners von einem Prozent pro Seite zig Millionen Partikeln in die Luft frei", so Stelting. Zudem sei die Oberfläche der Toner-Feinstaubpartikel mit ultrafeinen Sekundärpartikeln besetzt, die bis in den Nanobereich gehen. Ultrafeine Partikel unterscheiden sich vom Feinstaub durch ihre geringere Größe. "Sie bewegen sich mit etwa 0,1 Mikrometer schon fast im atomaren Bereich und können nur durch Laserlicht festgestellt werden." Je kleiner die Partikel seien, desto größer sei auch die Gefahr, die sie für die Gesundheit des Menschen bedeuteten, so Stelting.

So unterschiedlich das Emissionsverhalten bei den jeweiligen Druckermodellen auch ist, so wenig können es Konsumenten derzeit überprüfen. "Es gibt keine Richtlinien und Grenzwerte, außerdem decken bisherige Prüfzeichen für Laserdrucker die Schadstoffe nicht ab und kontrollieren sie auch nicht", so Stelting. Auch über Richtlinien des Arbeitsschutzes sei wenig zu bewirken, da viele Drucker im Privathaushalt stehen. (pte)

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