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Quartalsergebnisse: BT, MCI, Philips

12.02.1999
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MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) – Die Aktien von British Telecommunications (BT) stiegen gestern um elf Prozent, nachdem das Unternehmen mit einem Umsatzwachstum von 15 Prozent auf 7,9 Milliarden Dollar für das dritte Quartal seines Geschäftsjahres 1998/1999 positiv überraschte. Der Gewinn vor Steuern sank zwar um 16 Prozent auf 1,4 Milliarden Dollar, ist aber kein Indiz für eine sinkende Profitabilität des Unternehmens. Im Vergleichszeitraum des Vorjahres konnte BT außerordentlich hohe Gewinne erzielen, weil der Carrier 386, 11 Millionen Dollar Entschädigungszahlungen für die nicht zustandegekommene Fusion mit MCI Communications einstrich. Finanzchef Robert Brace rechnet weiterhin mit starken Umsätzen. Internet und mobiles Telefonieren hätten das Wachstum seines Unternehmens vorangetrieben, und die Nachfrage in diesen Bereichen steige auch weiterhin.

MCI Worldcom konnte im vierten Quartal des vergangenen Jahres seinen Profit vervierfachen. Die TK-Company meldete Nettogewinne von 457 Millionen Dollar oder 23 Cent pro Aktie, verglichen mit 102 Millionen Dollar oder zehn Cent pro Aktie im Vergleichszeitraum des Vorjahres. Der Umsatz stieg von zwei auf acht Milliarden Dollar. Werden die Einnahmen von des zu MCI gehörenden brasilianischen Carriers Embratel mitberücksichtigt, erreichte das Unternehmen sogar neun Milliarden Dollar. Für das gesamte Jahr meldete MCI Worldcom wegen außerordentlichen Kosten für Firmen-Übernahmen einen Verlust von 2,67 Milliarden Dollar oder 2,12 Dollar je Aktie (Vorjahr: ein Minus von 308 Millionen Dollar oder 18 Cent pro Aktie für MCI und Worldcom zusammen). Darin enthalten sind Sonderausgaben für Fusionen und Übernahmen, ohne die das Unternehmen ein Plus von 1,07 Milliarden Dollar oder 81 Cent pro Aktie erwirtschaftet hätte. Der Umsatz lag mit 30,4 Milliarden

Dollar um 15 Prozent über dem des Vorjahres. MCI zeigte sich optimistisch, die für 1999 angestrebten Zahlen zu erreichen. Internet und die internationalen Geschäfte würden auch weiterhin zu einem langfristigen Wachstum beitragen, äußerte sich Vice Chairman John Sidgmore gegenüber Analysten.

Nur auf den ersten Blick erfreulich sahen die Ergebnisse von Philips Electronics aus. Das Unternehmen meldete für das vierte Quartal 1998 einen Nettogewinn von 6,85 Milliarden Dollar. Im Vergleichszeitraum des Vorjahres hatte der niederländische Konzern einen Profit von 2,94 Milliarden Dollar ausgewiesen. Im operativen Geschäft mußte das Unternehmen sogar Verluste von 437 Millionen Dollar hinnehmen. Philips profitierte aber aus einmaligen Einkünften, die durch den Verkauf von Unternehmensbereichen zustande kamen. So trennte sich der Elektronikkonzern von seinem 75prozentigen Anteil an Polygram, der für 5,46 Milliarden Dollar an die kanadische Seagram Company verkauft wurde. Der Hersteller nahm im vierten Quartal 9,69 Milliarden Dollar ein – sechs Prozent weniger als im Vergleichszeitraum des Vorjahres. Als Grund für die sinkenden Gewinne im operativen Geschäft nannte Philips die ökonomische Krise in Asien und Teilen Lateinamerikas sowie

seine kostspieligen Versuche, zusammen mit Lucent im US-Handy-Markt Fuß zu fassen. Im gesamten Jahr 1998 verdoppelten sich die Nettogewinne auf 6,81 Milliarden Dollar. Die Umsätze stiegen hingegen nur um drei Prozent auf 34,27 Milliarden Dollar.