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Quam gibt auf

25.07.2002

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Der Mobilfunkanbieter Quam stellt vorerst seine Geschäfte ein. Das berichteten die Muttergesellschaften, der spanische Carrier Telefonica und das finnische Unternehmen Sonera, das gerade von der schwedischen Firma Telia übernommen wird. Der Schritt hatte sich abgezeichnet, als Quam-Chef Ernst Folgmann Anfang Juli aus persönlichen Gründen von seinem Amt zurückgetreten war. Berichten zufolge zählen die Mobilfunker etwa deutsche 200 000 Kunden, die nun zu den Wettbewerbern wechseln sollen. Es sei jedoch geplant, die für rund 8,5 Milliarden Euro ersteigerte UMTS-Lizenz trotzdem zu nutzen. Wie das gelingen soll, ist unbekannt. Bis 2003 muss das Joint Venture laut Auflagen der Regulierungsbehörde hierzulande ein Netz gespannt haben, das 25

Prozent der Bevölkerung abdeckt. Ansonsten ist es verpflichtet, die Lizenz zurückzugeben.

Gleichzeitig hat Telefonica seine Quartalszahlen einige Tage früher als geplant vorgestellt. Der Umsatz sank von April bis Juni verglichen mit dem Vorjahr um 6,3 Prozent auf 7,7 Milliarden Euro. Wegen hoher Sonderbelastungen stürzte das Nettoergebnis von plus 716,7 Millionen auf minus 5,7 Milliarden Euro ab. Mit 4,9 Milliarden Euro wurden die Beteiligungen in Deutschland, Österreich, der Schweiz und Italien vollständig abgeschrieben. Auf ähnlich hohem Niveau lagen die Abschreibungen für die UMTS-Lizenzen bei Sonera, weshalb deren Nettoergebnis im zweiten Quartal auf minus 2,9 Milliarden Euro fiel. Der Umsatz stieg hingegen um zwei Prozent auf 548 Millionen Euro, das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) wuchs um 60 Prozent auf 195 Millionen Euro. Zudem konnten die Finnen ihre Schulden um 323 Millionen auf 2,15 Milliarden Euro verringern. (ajf)