Übergangsjahr

QSC macht in schwachem Auftaktquartal kaum noch Gewinn

12.05.2014
Der Telekomdienstleister QSC hat im Auftaktquartal des neuen Jahres kaum noch Gewinn eingefahren.

Wegen des Wegfalls eines Sonderpostens und hoher Investitionen schrumpfte der Gewinn auf 0,3 Millionen Euro zusammen, wie das im TecDax Unternehmen am Montag in Köln mitteilte. Vor einem Jahr hatte der Konzern noch 5,1 Millionen Euro als Gewinn ausgewiesen. Dabei hatte QSC auch von bilanziellen Effekten profitiert, die nun wegfielen. Der Umsatz entwickelte sich weiter mau. Am Markt war ein schwaches Abschneiden erwartet worden - die Anleger zeigten sich daher eher erleichtert. Die Aktie legte am Vormittag gut drei Prozent zu.

QSC-Zentrale in Köln
QSC-Zentrale in Köln
Foto: QSC

Hauptgrund für den Gewinneinbruch war der bereits angekündigte Wegfall eines Rechnungsabgrenzungspostens: Eine im Januar 2011 erhaltene Zahlung wegen vorzeitiger Vertragsauflösung hatte QSC bis Ende des Jahres 2013 mit jeweils rund 5 Millionen Euro pro Quartal auf die Restlaufzeit des Vertrags verteilt.

Die Erlöse gingen um 3,5 Prozent auf 109,1 Millionen Euro zurück. Die Absenkung von Netzgebühren durch die Bundesnetzagentur aus dem November 2013 hätten sich mit 2 Millionen Euro negativ ausgewirkt, hieß es. Zudem habe der harte Wettbewerb bei TK-Dienstleistungen seine Spuren hinterlassen. Der Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) brach in den ersten drei Monaten insgesamt um gut 29 Prozent auf 13,4 Millionen Euro ein.

QSC-Chef Jürgen Hermann
QSC-Chef Jürgen Hermann
Foto: QSC

Die Jahresprognose aus dem Februar hielt das Management um Chef Jürgen Hermann aufrecht. Der Umsatz soll zwischen 450 und 470 Millionen Euro landen, beim Ebitda ein Wert von 60 bis 70 Millionen Euro herausspringen. Im vergangenen Jahr hatte das Unternehmen 456 Millionen Euro erlöst und operativ 78 Millionen Euro verdient. An freien Barmitteln (Free Cashflow) sollen dem Unternehmen in diesem Jahr 26 bis 32 Millionen Euro zufließen.

Dass der auf Geschäftskunden spezialisierte TK-Dienstleister vor einem Übergangsjahr steht, hatte Finanzchefin Barbara Stolz bereits im Februar angekündigt. Das Entwicklungsbudget verdoppeln die Kölner in diesem Jahr auf 10 Millionen Euro, zudem sollen weitere Zukäufe kleinerer Technologiefirmen folgen. QSC befindet sich seit Jahren in einem Wandel - weg von der Vermietung von DSL-Leitungen und von Call-by-Call-Sprachdiensten. Das angestammte Geschäft schrumpft zusehends, der Vertrieb von Informations- und Kommunikationstechnik hingegen wächst. Die Kölner setzen künftig zudem auf die Beratung und auf gewinnträchtigere Datendienste wie Cloud Computing. (dpa/tc)