Zukaufpläne vorerst auf Eis gelegt

QSC hält an Umbaustrategie fest

10.02.2015
Der IT- und Telekommunikationsanbieter QSC bleibt trotz eines schwachen Jahres 2014 bei seiner Neuausrichtung.

"Wir halten an der Strategie fest", sagte Vorstandschef Jürgen Hermann der "Börsen-Zeitung" (Dienstagausgabe). Der TecDax-Konzern will sich vom DSL-Netzbetrieb auf Cloud-Produkte für den Mittelstand verlegen - also Lösungen etwa für die Zusammenarbeit an verschiedenen Orten sowie den Austausch von Dokumenten.

Jürgen Hermann, Vorstandschef von QSC
Jürgen Hermann, Vorstandschef von QSC
Foto: QSC

Diese Produkte hätten aber im vergangenen Jahr lediglich einen einstelligen Millionen-Euro-Umsatz eingefahren, weil die Nachfrage schwach war, hieß es in dem Artikel. "Wir waren zu technikgetrieben und haben uns zu wenig mit Design und Vermarktung beschäftigt", sagte Hermann. Mit dem Jahresende und dem Geschäftsverlauf im Januar ist der QSC-Chef aber "sehr zufrieden". Am 23. Februar will das Unternehmen vorläufige Zahlen zum vierten Quartal und eine neue Prognose bekanntgeben.

QSC befindet sich seit längerem im Umbau: Der IT-Anbieter besitzt eines der größten deutschen Telekommunikationsnetze für Geschäftskunden, doch der Netzbetrieb ist teuer. In den ersten neun Monaten des vergangenen Jahres liefen rote Zahlen auf, gleich zweimal musste QSC die Finanzziele senken. Ursprünglich 2012 angepeilte Mittelfristziele, den Umsatz auch mit Zukäufen bis 2016 auf bis zu 1 Milliarde Euro zu hieven (2013: 456 Millionen Euro), rücken derweil in weite Ferne. Aufgeben will Hermann sie zwar nicht - wollte aber auch keinen konkreten Zeithorizont nennen.

QSC Zentrale
QSC Zentrale
Foto: QSC

Zukäufe sind aus Kostengründen in den kommenden Monaten aber nun erst einmal passé: "Das wäre eine zusätzliche Belastung für die Organisation", sagte Hermann. In der zweiten Jahreshälfte sei das jedoch nicht auszuschließen. Derzeit kümmert sich QSC wohl auch eher um einen Teilverkauf des DSL-Netzes, das Unternehmen hatte im Dezember frühe Gespräche dazu bestätigt. Der Internetdienstleister United Internet soll Interesse haben, hatte das "Manager-Magazin" zu dem Zeitpunkt berichtet.

Beim angekündigten Dividendenvorschlag von 10 Cent je Aktie soll es für 2014 trotz eines voraussichtlichen Jahresverlustes bleiben. "Wir haben die Liquidität, das zu tun", sagte Hermann. (dpa/tc)