Online mit Print verzahnen

Public Relations bei Freelancern

Renate Oettinger ist Diplom-Kauffrau Dr. rer. pol. und arbeitet als freiberufliche Autorin, Lektorin und Textchefin in München. Ihre Fachbereiche sind Wirtschaft, Recht und IT.

Zu ihren Kunden zählen neben den IDG-Redaktionen CIO, Computerwoche, TecChannel und ChannelPartner auch Siemens, Daimler und HypoVereinsbank sowie die Verlage Campus, Springer und Wolters Kluwer.
Unternehmen und Freiberufler sollten (positive) Spuren im Web hinterlassen. Bernhard Kuntz sagt, wie das funktioniert.
PR in eigener Sache ist im Zeitalter des Internet gerade für Freiberufler immer wichtiger.
PR in eigener Sache ist im Zeitalter des Internet gerade für Freiberufler immer wichtiger.
Foto: Claudia Paulussen - Fotolia.com

Das Internet hat das Kaufverhalten der Kunden verändert. Deshalb wird es für die Unternehmen sowie Freiberufler und Selbstständige immer wichtiger, viele Spuren im World Wide Web zu hinterlassen. (Online-)Pressearbeit kann einen Beitrag hierzu leisten.

Wie gehen Sie vor, wenn Sie einen Unterstützer mit speziellen Fähigkeiten und Kenntnissen benötigen und keinen kennen? Zum Beispiel einen Steuer- oder IT-Berater, der sich mit Transportunternehmen auskennt? Oder einen Architekten, der Erfahrung mit dem energetischen Sanieren von Häusern hat? Oder einen Rechtsanwalt, der auf Ihr Anliegen spezialisiert ist. Vermutlich fragen Sie zunächst Ihre Bekannten und Verwandten: "Kennt Ihr einen Spezialisten, der ...?"

Angenommen, diese kennen keinen passenden Spezialisten. Was tun Sie dann? Vermutlich setzen Sie sich spätestens dann an Ihren Computer und geben bei Google & Co entsprechende Suchbegriffe ein, um eventuelle Unterstützer zu finden. So verfahren inzwischen die meisten Kunden - im B2C- und B2B-Bereich. Entsprechend wichtig ist es heute für Unternehmen - egal, ob groß oder klein - im World-wide-web möglichst viele Spuren zu hinterlassen und dafür zu sorgen, dass sie von potenziellen Kunden dort leicht gefunden werden.

Hierfür gibt es viele Wege. Sie können zum Beispiel Ihre Webseite auf die für Ihre Zielkunden relevanten Suchbegriffe optimieren. Oder Sie können sogenannte Adwords-Anzeigen schalten, die von den Suchmaschinen neben den Treffern angezeigt werden, wenn man die betreffenden Suchbegriffe bei ihnen eingibt. Beides tun viele Unternehmen bereits. Noch nicht entdeckt haben die meisten aber für sich die Möglichkeiten, die ihnen die Pressearbeit bietet - zum Steigern ihrer Webpräsenz und um bei potentiellen Kunden, die im Internet auf sie stoßen, das Gefühl zu erzeugen: "Das scheint ein echter Spezialist für .... zu sein. Also sollte ich ihn kontaktieren."

Online-PR wirkt oft länger

Beim Stichwort Pressearbeit denken die meisten Personen und Organisationen noch weitgehend an die klassischen Printmedien. Und sie freuen sich deutlich mehr, wenn ein Artikel von ihnen oder über sie in einer Zeitung oder Zeitschrift erscheint als wenn derselbe Artikel von einem redaktionellen Online-Portal publiziert wird. Zurecht? Darüber kann man unterschiedlicher Meinung sein.

Denn von Online-Veröffentlichungen geht zumindest längerfristig oft eine größere Werbewirksamkeit aus als von Veröffentlichungen in Printmedien. Aus folgendem Grund: Angenommen ein Artikel von Ihnen erscheint in einer Zeitschrift. Das ist zwar gut für Ihr Renommee, aber die Werbewirksamkeit des Artikels geht gegen Null, wenn die nächste Ausgabe der Zeitschrift erscheint. Anders ist dies bei einem Artikel, der in einem redaktionellen Online-Portal erscheint. Er steht sozusagen dauerhaft im Netz. Also können potenzielle Kunden noch Jahre später auf ihn stoßen.

Manch Leser mag nun denken: Aber die Zeitungen stellen die in ihnen erschienenen Artikel doch oft auch ins Netz oder genauer gesagt auf ihre Webseite. Stimmt! Doch Veröffentlichungen dort haben zwei Nachteile:

Die Zeitung- und Zeitschriftenverlage befürchten aktuell, Google & Co könnten ihnen mittelfristig ihr Anzeigengeschäft "vermiesen". Denn die Suchmaschinen wissen aufgrund der von den Internet-Nutzern eingegebenen Suchbegriffe, wofür diese sich interessieren. Also könnten sie ihnen, bevor sie die Webseiten der Zeitschriften anklicken, bereits die passende Werbung präsentieren. Deshalb haben viele Großverlage zum Beispiel Google untersagt, die Inhalte ihrer Webseiten zu indizieren. Das heißt: Selbst wenn ein Artikel von Ihnen auf der Webseite einer sehr namhaften Zeitschrift steht, dann wird er bei entsprechenden Suchabfragen von Google nicht angezeigt.

Für die Artikel auf den Webseiten der Zeitschriften gilt: Sie wandern umso tiefer in deren Online-Archive je länger der Veröffentlichungszeitpunkt zurück liegt. Und weil diese Unterseiten der Zeitschriften-Webseiten meist einen deutlich niedrigeren Pagerank als deren Startseiten haben, werden die Artikel in den Google-Trefferlisten immer weiter hinten angezeigt - zumindest meist viel weiter hinten als Publikationen auf (redaktionellen) Online-Portalen. Denn diese sind anders aufgebaut und haben meist einen höheren Pagerank.

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