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Psion-Anleger wollen keinen Symbian-Verkauf an Nokia

08.03.2004

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Psion stößt beim geplanten Verkauf seines Anteils am Gemeinschaftsunternehmen Symbian an Nokia auf Schwierigkeiten: Der Großaktionär Phoenix Asset Management Partners kündigte an, er werde auf der außerordentlichen Hauptversammlung am kommenden Freitag gegen den Deal stimmen. Die Investment-Gesellschaft hält allein 13,1 Prozent an Psion und will weitere Anleger des britischen Unternehmens gegen den Verkauf mobilisieren. Als Grund für die Ablehnung des Verkaufs nannte Phoenix das mögliche Wachstumspotenzial von Symbian. Es sei viel zu früh, den wahren Wert des Herstellers von Smartphone-Betriebssystemen abzuschätzen. So habe sich die Zahl der mit Symbian-OS ausgelieferten Handys im vergangenen Jahr mit 6,67 Millionen mehr als verdreifacht. Die Wertsteigerung wäre

deutlich höher, wenn Psion die Anteile behalten und das zunehmend profitable Unternehmen langfristig an die Börse bringen würde. Das Psion-Management wies hingegen darauf hin, dass ein IPO (Initial Public Offering) die Zustimmung aller Symbian-Gesellschafter erfordere. Diese zögen jedoch nicht in allen Punkten an einem Strang.

Psion hatte im Februar angekündigt, es werde seine 31-prozentige Beteiligung an Symbian an den finnischen Mobilfunkkonzern Nokia verkaufen (Computerwoche.de berichtete). Nokia will dabei zunächst 93,5 Millionen britische Pfund (umgerechnet 137,1 Millionen Euro) als fixe Komponente des Kaufpreises zahlen, dazu kommen noch 0,84 Pfund (1,23 Euro) für jedes in den Jahren 2004 und 2005 mit Symbian OS verkaufte Endgerät. Nach Abschluss der Transaktion würde Nokias Anteil an Symbian rund 63,3 Prozent betragen. Derzeit befindet sich die Firma im Besitz von Nokia (32,2 Prozent), Psion (31,1 Prozent), Ericsson (17,5 Prozent), Panasonic (7,9 Prozent), Samsung (fünf Prozent), Siemens (4,8 Prozent) sowie Sony Ericsson (1,5 Prozent).(mb)