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PSI: Umsatz bricht ein, Verluste und Auftragseingang steigen

03.11.2004

Hat das Berliner Softwarehaus PSI AG die Wende geschafft? Ja und nein, denn der Auftragseingang stieg im abgelaufenen dritten Geschäftsquartal 2004 um 19 Prozent gegenüber Vorjahr und belief sich zuletzt auf 31 Millionen Euro. Im Vergleichszeitraum 2003 heimste das Unternehmen noch Anfragen im Wert von 26 Millionen Euro ein. Für die ersten neun Monate des laufenden Jahres lag der Auftragseingang bei insgesamt 92 Millionen Euro und damit knapp über dem Vorjahreswert von 90 Millionen Euro.

Das Sorgenkind das Anbieters blieben die schwachen Einnahmen, die einmal mehr stark rückläufig waren. Der Umsatz verringerte sich gegenüber dem dritten Quartal des Vorjahres um 14 Prozent auf 84,5 Millionen Euro, in den Vergleichsmonaten im Jahr 2003 beliefen sich die Einnahmen dagegen noch auf 98,8 Millionen Euro. Das verbesserte Verhältnis von Auftragseingang zu Umsatz (Book-to-Bill) wertet das Management von PSI als Zeichen der Trendumkehr. Gegenüber Vorjahr hat sich der Wert von 0,91 auf 1,09 erhöht.

Das Betriebsergebnis nach den internationalen Bilanzierungsregeln IFRS lag nach neun Monaten bei minus 9,1 Millionen Euro und verschlechterte sich gegenüber Vorjahr deutlich (minus 800 000 Euro). Das Konzernergebnis sackte mit minus 10,7 Millionen Euro ebenfalls deutlich in die roten Zahlen. In den ersten neun Monaten 2003 fehlten unterm Strich nur 1,4 Millionen Euro.

Die Mitarbeiterzahl lag am 30. September 2004 bei 1.131 (30. September 2003: 1.226). Damit erhöhte sich der Auftragseingang pro Kopf gegenüber dem Vorjahr um zehn Prozent auf 81 300 Euro (Vorjahr: 73 400 Euro). Der Auftragsbestand am 30. September 2004 lag mit 71 Millionen Euro etwa fünf Millionen Euro über dem Wert zum Jahresende 2003. Die Liquidität erhöhte sich im dritten Quartal 2004 um 2 Millionen Euro auf 13,6 Millionen und steigerte sich damit um 20 Prozent gegenüber dem Vorjahreswert (17 Millionen Euro).

PSI hat eigenen Angaben zufolge im dritten Quartal erste Vertriebserfolge mit der neu in den Markt eingeführten Psipenta-Version erzielt. Auch in den Bereichen Metals, Logistik und elektrische Energie haben sich die Auftragseingänge überdurchschnittlich entwickelt. Die Restrukturierungsmaßnahmen in den Bereichen Telekommunikation und Gas wurden im dritten Quartal zum Abschluss gebracht und werden sich ab dem vierten Quartal positiv auswirken. Insgesamt sind im Ergebnis zum 30. September 1,9 Millionen Euro Restrukturierungs- und Reorganisationskosten enthalten. Aufgrund der positiven Entwicklung der Auftragseingänge, die sich auch im Oktober fortgesetzt hat, und der positiven Auswirkungen des Programms zur Strukturverbesserung erwartet der Vorstand für das vierte Quartal ein positives Ergebnis. (jha)