Prozessdenken

Sascha Alexander ist Manager Marketing & Kommunikation bei der QUNIS GmbH, Neubeuern, die auf Beratung und Projekte in der Business Intelligence, Big Data und Advanced Analytics spezialisiert ist. Zuvor war der Autor als Director Communications bei den Marktforschungs- und Beratungsunternehmen BARC und PAC tätig. Als ehemaliger Redakteur der COMPUTERWOCHE sowie Gründer und Chefredakteur des Portals und Magazins für Finanzvorstände CFOWORLD verbindet ihn zudem eine lange gemeinsame Zeit mit IDG.
Seine Themenschwerpunkte sind: Business Intelligence, Data Warehousing, Datenmanagement, Big Data, Advanced Analytics und BI Organisation.

CW: EMC positioniert seine Produktplattform für Enterprise-Content-Management (ECM) als Framework für den Aufbau umfassender Informations-Infrastrukturen und dokumentenzentrierter Prozesse. Doch scheinen Anwender bisher nur einzelne Kernprozesse automatisieren und optimieren zu wollen.

LEWIS: Das stimmt. In Unternehmen gibt es heute viele unflexible Dokumentenprozesse, die entweder noch auf Papier basieren oder anwendungsabhängig sind. Unsere ECM-Plattform "EMC Documentum" soll den Umstieg erleichtern, indem sich leichtgewichtige inhaltszentrierte Workflows einfach erstellen und anpassen lassen. Zudem können wir dank Übernahmen wie der von Captiva (Posteingangserfassung) oder Document Sciences (Output-Management) sämtliche ECM-Felder abdecken.

CW: Sie sehen ein transaktionsorientiertes Content-Management als die Zukunft. Müssen Sie dazu Ihre Produkte nicht weitaus enger mit ERP-Lösungen und Techniken des Business-Process-Managements verknüpfen?

LEWIS: Absolut. Immer mehr Kunden suchen nach Content-fähigen und -zentrierten Anwendungen, die zugleich transaktionsorientiert sind. Beispiele sind die Schadensfallbearbeitung oder Kreditorenbuchhaltung. Hier kann ECM-Software einen Mehrwert bieten.

CW: Wie sehen Sie Ihre Strategie im Vergleich zu IBM und Oracle?

LEWIS: Wir haben einen wesentlich anderen Ansatz. IBM verfolgt eine an Dienstleistungen ausgerichtete Strategie und kundenspezifische Projekte. EMC ist auf Content-Management-Technik und die Integration mit Partnern wie Microsoft und SAP sowie standardisierte ECM-Anwendungen ausgerichtet. Oracle hat zwar starke Infrastrukturkomponenten, aber es fehlt bisher der Fokus auf ein Prozess-Management und ECM-Lösungen. (as)