Die Neuerungen der Spezial-Linux-Distribution

Proxmox VE 2.0 - Kostenlose Virtualisierungs-Umgebung

Jürgen Donauer war als Systemadministrator zunächst für Informix und später IBM tätig. Dann verschlug es ihn in das Rechenzentrum von Media-Saturn. Dort kümmerte er sich mitunter um die Webserver, Datenbankanbindungen und den Online-Shop. Anschließend war er als Redakteur im Bereich Linux für TecChannel tätig. Derzeit arbeitet Jürgen Donauer als freier Autor für TECCHANNEL und COMPUTERWOCHE sowie als Privatdozent.
Proxmox "Virtual Environment" ist eine Open-Source-Virtualisierungs-Lösung, die auf Linux basiert. Ab sofort steht eine neue große Version zur Verfügung.
Foto: Proxmox

Proxmox "Virtual Environment" ist keine Desktop-Distribution. Es handelt sich hier um eine spezielle Linux-Variante, die für den Einsatz von virtuellen Instanzen ins Leben gerufen wurde. Proxmox VE steht komplett und der GPLv2 und ist so etwas wie eine Open-Source-Varianten von VMwares ESX-Server.

Für ein reines Server-Betriebssystem ist es somit wenig verwunderlich, dass die Entwickler nur eine 64-Bit-Variante ausgeben. Die CPU muss außerdem die Technologien Intel VT oder AMD-V unterstützen. Dies wird für die Unterstützung von KVM-Virtualisierung vorausgesetzt.

Die Entwickler empfehlen für einen produktiven Einsatz mindestens acht GByte Arbeitsspeicher und ein Hardware-RAID mit einem durch Batterien geschützten Schreib-Cache (BBU). Ebenso seien schnelle Festplatten von Vorteil. Die besten Testergebnisse habe man mit SAS-Hardware (15.000 U/min) und einem RAID 10 erzielt. Ebenso raten die Hersteller zu zwei GBit-Netzwerkkarten, die sich dann bündeln lassen. Anhand dieser Hardware-Anforderungen kann man schon sehen, dass Proxmox in der oberen Liga der Server mitspielt und das Hauptziel die Konsolidierung von Servern ist.

Als unterstützte Storage-Technologien zählen die Entwickler iSCSI, FC, NFS, DRBD, AoE und CIFS auf. Proxmox VEE basiert auf Debian 6.0 "Squeeze" und bringt Kernel 2.6.32 mit sich. Aus diesem Grund unterstützt die Server-Lösung auch alles, was sich mit Debian umsetzen lässt.

In Version 2.0 wurde die komplette GUI überarbeitet. Sie basiert nun auf dem JavaScript-Framework Ext JS4. Die grafische Schnittstelle ist laut Herstelleraussage in der Lage, mit hunderten, wenn nicht tausenden an Virtuellen Maschinen fertig zu werden.

Ebenso bietet Proxmox eine sichere VNC-Konsole an. Die Software kann mit VNC-Viewer mit SSL-Unterstützung umgehen. Weiterhin können Administratoren rollenbasierte Rechte auf alle Objekte vergeben. Damit sind zum Beispiel die Speicher-Medien oder die virtuellen Maschinen selbst gemeint.

OpenVZ wurde ein Appliance-Downloader spendiert. Dieser unterstützt auch den Kanal von Turnkey Linux. Die Cluster-Communication des Betriebssystems basieren auf corosync. Sie finden alle Informationen und Neuerungen in der Roadmap des Projekts.

Nach einer Installation können Sie mittels https://<IP-Adresse>:8006 auf die Browser-basierte Administrations-Oberfläche zugreifen. Als Systemsprache unterstützt Proxmox auch Deutsch.

Proxmox VE 2.0 unterstützt neben Linux-Gästen auch Microsoft Windows 7, Vista, XP, 2000 und Windows Server 2003 bis 2008 R2. Automatische Datensicherungen können Sie ebenfalls über die Administrations-Oberfläche konfigurieren.

Download Proxmox VE

Proxmox VE ist für Rechenzentrums-Administratoren auf jeden Fall einen Blick wert. Auch wenn die Administrations-Oberfläche sehr übersichtlich ist, dürfte Neulingen ein Blick in die Dokumentation an der einen oder anderen Stelle unter die Arme greifen. Ein ISO-Abbild der neuesten Version finden Sie im Download-Bereich der Projektseite. (mec)

Dieser Artikel basiert auf einem Beitrag der CW-Schwesterpublikation TecChannel.