Anwender bewerten Systemhäuser

Provider punkten mit klassischen Projekten

Joachim Hackmann ist Principal Consultant bei Pierre Audin Consulting (PAC) in München. Vorher war er viele Jahre lang als leitender Redakteur und Chefreporter bei der COMPUTERWOCHE tätig.
Die Umfrage zur Zufriedenheit der Kunden mit ihren IT-Projekten belegt: Die Systemhäuser liefern tolle Arbeit ab – wenn es um Hausmannskost geht. Innovative Projekte findet man in der Erhebung selten.
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Wenn Anwender ein Systemhaus verpflichten, tun sie das in der Regel im Rahmen von Projekten. An den Ergebnissen dieser IT-Vorhaben müssen sich die IT-Dienstleister messen lassen. Zentrales Element jeder jährlichen COMPUTERWOCHE-Umfrage zur Zufriedenheit der Anwender mit ihren Systemhauspartnern ist daher die Bewertung der ITProjekte. Hier wird das Urteil der Kunden über die Leistungsfähigkeit der Systempartner öffentlich.

Die Teilnehmer haben in diesem Jahr ihre Erfahrungen mit insgesamt 5253 Projekten protokolliert. Dazu konnten sie ihre Vorhaben, die sie in den vergangenen zwei Jahren mit einem Systemhaus betrieben haben, unter diversen Gesichtspunkten mit Schulnoten von eins („sehr gut“) bis sechs („sehr schlecht“) bewerten. Abgefragt wurden zum Beispiel Beratungskompetenz, Projekt-Management, Reaktionszeit, Preis-Leistungs-Verhältnis sowie Betreuung nach Projektende zu jedem einzelnen Vorhaben.

Die Analyse der Daten zeigt eine leichte Verschlechterung der Durchschnittsnote von 1,71 im Jahr 2012 auf aktuell 1,82. Der Vorjahreswert war allerdings ungewöhnlich hoch. In den Jahren 2011 und 2012 gab es Durchschnittsnoten zwischen 1,90 und 1,95.

Infrastruktur statt Innovation

Die Bewertungen dürften verlässlich sein, weil immerhin knapp 88 Prozent der Antwortenden entweder als Leiter (56,9 Prozent) oder Mitarbeiter (31 Prozent) direkte Einblicke in die Zusammenarbeit und Ergebnisse hatten. In der Regel kennen sich Kunden und Systemhaus seit Jahren, die Beziehung wird selten in Frage gestellt. Wenn es tatsächlich einmal zu einem Wechsel kommen sollte, vertrauen die meisten Befragten auf Ratschläge von Kollegen oder ihrer Hardware- und Softwarelieferanten.

Provider punkten mit klassischen Projekten Die Auswertung der Projektarten zeigt ein seit Jahren stabiles Bild, das mit Blick auf die Anwender nicht unbedingt vorteilhaft ist. Auch die aktuelle Erhebung bestätigt ein Übermaß an Infrastrukturprojekten. Besonders häufig bewertet wurden Arbeiten an PC- und Server-Installationen (1004 Projekte), Netzen (1023) und Speichersystemen (697). Erkennbar häufiger als früher kümmern sich Kunden zudem um ITSicherheit (1205 Projekte).

Erheblich dürftiger fielen die Nennungen zu den Themen Anwendungssoftware (497 Projekte), Mobility (215) und Collaboration (101) aus. Dort sind aber Lösungen möglich, die die Produktivität der Mitarbeiter, die Effizienz der Prozesse und die Innovationen im Unternehmen fördern können. Eigentlich sollte dafür mehr Geld als für Arbeiten an der Infrastruktur bereitstehen. Hier könnten Systemhäuser mit zukunftsweisenden Vorschlägen für mehr Bewegung sorgen.

Genauere Aufschlüsse über die Projekte in den einzelnen Kategorien liefert die folgende Detailauswertung: