Doppelbelastung

Projektmitarbeiter unter Druck

Karriere in der IT ist ihr Leib- und Magenthema - und das seit 18 Jahren. Langweilig? Nein, sie endeckt immer wieder neue Facetten in der IT-Arbeitswelt und in ihrem eigenen Job. Sie recherchiert, schreibt, redigiert, moderiert, plant und organisert.
Häufig laufen Projekte parallel zum Tagesgeschäft der Linienorganisation. Und die Mitarbeiter müssen beides bewältigen. Eine Beraterin hat sich mit dem Problem auseinandergesetzt.
Sabine Frömling, Steria Mummert, untersuchte die Belastung der Mitarbeiter in Projekten.
Sabine Frömling, Steria Mummert, untersuchte die Belastung der Mitarbeiter in Projekten.
Foto: Froemling

Sabine Frömling hat selbst einen Beruf, der nicht gerade stressarm ist. Sie arbeitet als Beraterin für IT-Governance Solutions bei der Steria Mummert Consulting AG und ist seit sechs Jahren in IT-Projekten in verschiedenen Rollen tätig. Neben dem Job absolviert sie ein MBA-Studium und hat sich als Untersuchungsthema "Doppelbelastungen in der Matrixprojektorganisation" herausgesucht. Bisher befragte sie knapp 150 Projektleiter und -mitarbeiter. Ein Ergebnis: Schlechtes Ressourcen-Management ist die häufigste Ursache für Doppelbelastung. So gab mehr als jeder zweite der Befragte an, dass er zeitlich überfordert ist und deshalb belastet ist. Fachlich fühlen sich dagegen nur elf Prozent überfordert.

Projekt und Linie müssen sich abstimmen

Immer mehr Arbeit, ohne Überstunden geht es für viele Projektmitarbeiter nicht.
Immer mehr Arbeit, ohne Überstunden geht es für viele Projektmitarbeiter nicht.
Foto: Steve Cukrov_shutterstock.com

Das hohe Arbeitsaufkommen zwingt auch 55 Prozent der befragten Projektmitarbeiter, Überstunden zu machen. Im Schnitt arbeitet jeder Vierte 50 Stunden in der Woche. Viele der Befragten erledigen berufliche Aufgaben darüber hinaus in ihrer Freizeit. Zudem kommen oft neue Aufgaben für Projektmitarbeiter dazu. Doch welche Aufgabe wird zuerst erledigt? 37 Prozent der Befragten richten sich nach den Vorgaben des Projektleiters, 27 Prozent erledigen die Aufgaben je nach Wichtigkeit und Dringlichkeit. Nur 13 Prozent teilen sie sich selbst ein.

Beraterin Frömling fragte auch, wie sich Doppelbelastungen und Loyalitätskonflikte im Projektgeschäft lösen ließen und erhielt folgende Antworten:

  • Ehrliche Absprachen zwischen allen Beteiligten bezüglich der Aufgaben und Anforderungen.

  • Linienvorgesetzter und Projektleiter sollten Projektmitarbeiter nicht dem Kompetenzgerangel aussetzen (Abstimmung hinsichtlich der jeweiligen Aufgabe)

  • Offene, vertrauensvolle Kommunikation zwischen Projekt und Linie

  • Transparentes Zeit-Management und gute Abstimmung des Ressourceneinsatzes

  • Klare Absprachen, Prioritätenliste erstellen und mit dem Vorgesetzten und Projektleiter abstimmen

  • Aufeinander abgestimmte Projekt- und Abteilungsziele

  • Absprache zwischen Projekt und Linienvorgesetzten

  • Transparente Planung, klare Prioritäten und offene Kommunikationskanäle zwischen Projekt und Tagesgeschäft