Portfolio-Management

Projekte werden aus dem Bauch heraus genehmigt

Karin Quack arbeitet als freie Autorin und Editorial Consultant vor allem zu IT-strategische und Innovations-Themen. Zuvor war sie viele Jahre lang in leitender redaktioneller Position bei der COMPUTERWOCHE tätig.
Die IT-Ressource sind endlich, die Wünsche der Fachbereiche leider nicht. Umso wichtiger ist es, konsequent die Projekte auszuwählen, die dem Unternehmen den höchsten Nutzen versprechen.

Nur in 55 Prozent der deutschen Unternehmen folgt die Projektauswahl einem festen Prozedere. Fast genauso viele räumen ein, bei ihnen sei die Auswahl "variabel", also mal so, mal so. Dies ist ein Hauptergebnis der Studie, die das Projektberatungsunternehmen Parameta auch in diesem Jahr unternommen hat. Dazu befragte es 176 Unternehmen. Die Antworten stammen zu etwas mehr als der Hälfte von IT-Managern, zu etwa einem Sechstel vom Topmanagement, in den anderen Fällen von Experten aus Forschung und Entwicklung oder anderen Fachbereichen.

Michael Streng, geschäftsführender Gesellschafter, Parameta
Michael Streng, geschäftsführender Gesellschafter, Parameta
Foto: Parameta Projektberatung

Diese Planungsschwäche ist umso bedenklicher, als es sich bei 86 Prozent der fraglichen Projekte um IT-Vorhaben handelt, von denen wiederum die Hälft als "hochkomplex" eingestuft werden. "Wenn man bedenkt, welche durchschnittlichen Summen bei hochkomplexen IT-Projekten auf dem Spiel stehen, ist es beinahe unglaublich, dass sich nur die Hälfte der Unternehmen bei der Projektauswahl harten, stets gleichen Kriterien unterwirft", sagt Michael Streng, geschäftsführender Gesellschafter von Parameta. Selbstverständlich seien für den Projekterfolg auch andere Faktoren ausschlaggebend, aber die Weichen würden schon bei der richtigen Auswahl gestellt.

Im Rahmen ihrer Studie zur erfolgreichen Projektauswahl untersuchte Parameta, inwiefern die beteiligten Abteilungen in einen systematischen Projektauswahlprozess integriert sind beziehungsweise wie eine optimale Einbindung aussehen könnte. Damit verbunden war die Frage, wie die IT in Veränderungen eingebunden ist und welche Faktoren dazu beitragen könnten, ihr optimal zu nutzen.

Die Quintessenz: In den meisten der ausgewerteten Unternehmen steuern "variable" Filter die Projektauswahl. Nur in 35 Prozent gibt es dafür standardisierte Verfahren.